1. FC Mönchengladbach vor dem Heimspiel gegen den SV Scherpenberg

Fußball-Landesliga : Trainingswoche ohne Trainer beim FC

Die Westender mussten die Vorbereitung auf das Landesligaspiel gegen den SV Scherpenberg ohne Coach Frank Mitschkowski absolvieren. Da der FC keinen Co-Trainer hat, leiteten zwei Spieler die Übungseinheiten.

Es war keine Trainingswoche wie jede andere beim 1. FC Mönchengladbach. In den vergangenen Tagen mussten die Westender die Vorbereitung auf das Heimspiel am Sonntag gegen den SV Scherpenberg (15 Uhr) ohne ihren Trainer Frank Mitschkowski absolvieren. „Mitsch ist bis Sonntag früh in Urlaub“, sagt Leo Lekaj. „Den hatte er schon gebucht, bevor er beim 1. FC zugesagt hat, den Trainer-Posten zu übernehmen.“ Lekaj, der im Mittelfeld meist den defensiven Part auf der rechten Seite übernimmt, unterstützt Mitschkowski bei der Trainingsarbeit. Schon vergangene Saison hatte er mit Kapitän Pascal Schellhammer das Training geleitet, nachdem sich der 1. FC vom damaligen Trainer Benni Weeks getrennt hatte. Im Vorfeld des Spiels gegen Scherpenberg war das Duo nun wieder gefordert.

Der Gast aus Moers ist aktuell Tabellensechster der Landesliga, war aber zuletzt nicht vom Erfolg verwöhnt. Zu Saisonbeginn stand Scherpenberg sogar ganz oben in der Tabelle. An den ersten sechs Spieltagen gab es bei fünf Siegen nur eine Niederlage – in den vergangenen fünf Begegnungen allerdings nur einen Sieg, dafür aber vier Niederlagen. Die Westender haben jetzt erstmals in dieser Saison zweimal in Folge verloren und sind ganz heiß darauf, den nächsten Sieg zu holen – mit Lekaj und Schellhammer auf dem Platz.

Auch in dieser Saison übernehmen beide Spieler Verantwortung, auch außerhalb des Feldes. Denn einen Co-Trainer gibt es beim 1. FC nicht. „Wir verfügen nicht über die finanziellen Mittel, einen guten Co-Trainer verpflichten zu können“, sagt Lekaj. „Das ist natürlich keine befriedigende Situation, aber mit der müssen wir irgendwie zurecht kommen.“ In erster Linie muss Mitschkowski viele Aufgaben übernehmen. Neben seiner „Hauptberufung“ als Trainer kümmert er sich um alle anderen Dinge rund um die Mannschaft. Terminabsprachen, Vorbereitung der Spiele und allgemeine organisatorische Aufgaben, übernimmt er nebenbei. Und wenn ein Spieler keine Mitfahrgelegenheit hat, ist klar, wer für die Heimfahrt sorgt.

„Mitsch ist quasi ein Ein-Mann-Unternehmen“, sagt Lekaj. „Er macht das Beste aus der Situation.“ Lekaj kennt Mitschkowski aus der gemeinsamen Zeit in der damaligen Niederrheinliga beim 1. FC Viersen. Der damals 19-Jährige hat ihn dort als Perfektionisten, der sehr professionell arbeitet, kennen und schätzen gelernt. Mit seiner sehr ruhigen Art finde Mitschkowski immer die richtigen Worte, um die Spieler zu erreichen. Er sei klar in seinen Aussagen und spreche sehr kontrolliert mit den Spielern. „Die Mannschaft ist sehr froh, dass Mitsch sie als Trainer führt.“

Mitschkowski ist ein Fußball-Fachmann. An sein Fachwissen musste sich das Team gewöhnen. Damit die Spieler seine Anweisungen umsetzen können, mussten Trainer und Mannschaft sprachlich auf eine Ebene kommen. In einer Art Vokabeltest wurden die „Fachbegriffe übersetzt“. Die Verletzungen und urlaubsbedingten Abwesenheiten zu Saisonbeginn haben die Eingewöhnung erschwert. „Inzwischen sind wir auf einer Wellenlänge“, sagt Lekaj.

Während Benni Weeks während eines Spiels sehr häufig vom Spielfeldrand eingegriffen hat, bleibt Frank Mitschkowski eher ruhig auf der Trainerbank sitzen. „Er bereitet uns in der Trainingswoche auf die Spiele vor. Im Spiel vertraut er darauf, dass wir die besprochene taktische Marschroute umsetzen.“ Laut wird „Mitsch“ nur dann, wenn sich seine Spieler nicht an die taktischen Vorgaben halten. Vermutlich wird er Lekaj und Schellhammer detailliert instruiert haben, um auf das Spiel gegen Scherpenberg gut vorbereitet zu sein.

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