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Kreis Viersen: Spitzen-Noten in der Pflege

Kreis Viersen : Spitzen-Noten in der Pflege

Mit der Jahresbilanz 2011 ist der Caritasverband Kempen-Viersen zufrieden. Seine Dienste werden immer stärker nachgefragt. Ein Sorgenkind ist der Mangel an Pflegefachkräften.

"Das vergangene Jahr war eine Zeit der Konsolidierung." Dr. Ingeborg Odenthal, Vorsitzende des Caritasverbandes für die Region Kempen-Viersen, stellte gemeinsam mit ihrem Geschäftsführer Peter Babinetz jetzt die Jahresbilanz 2011 der Presse vor. "Wir mussten einige Großprojekte erst einmal verarbeiten." Doch Ruhe kehrte keineswegs ein, denn der Caritasverband hat schon wieder einige Baustellen im wahrsten Sinne des Wortes. Da ist der Neubau an der Heimerstraße 18 in Viersen, an dem bald Richtfest gefeiert wird und für dessen zwölf Angebote im betreuten Wohnen 40 Anfragen vorliegen. In Dülken stockt der Neubau der Pflegestation an der Wasserstraße zurzeit, und die Umstrukturierung des Irmgardisstiftes in Süchteln liegt aufgrund vieler offener Fragen zunächst auf Eis.

Über dem Landesdurchschnitt

Stolz verkündete Babinetz die hervorragenden Ergebnisse, die Caritas-Pflegestationen bei den Prüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung Nordrhein erzielten. Alle sechs Stationen lagen über dem Landesdurchschnitt von 1,7: Nettetal, Schwalmtal, Viersen und Willich erhielten die Gesamtnote 1,0, Tönisvorst 1,4, Kempen 1,6. Die von der Diakonie übernommene Pflegestation in Willich-Schiefbahn erfuhr eine enorme Besuchersteigerung, die Schulden- und Insolvenzberatung hatte im vergangenen Jahr 1647 Anträge zu bearbeiteten und konnte 359 abschließen.

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Ein Sorgenkind der Caritas ist das Fachseminar für Altenpflege in Nettetal. Es hat seine Kapazität verdoppelt, doch hatte es wie immer Unterbilanz: finanziert vom Land wird lediglich die praktische Ausbildung in den Einrichtungen. Dass Theorie Grundlage der Ausbildung ist, kam wohl noch nicht im Land an.

Sehr gut angenommen werden der Ambulante Palliativpflegerische Dienst der Caritas, der todkranke Menschen zu Hause begleitet. Auch das Trauercafé, das einmal im Monat im Haus der Caritas in Viersen stattfindet, wird immer stärker nachgefragt.

Wegfall des Zivildienstes

Ein weiteres Sorgenkind der Caritas ist der Mangel an Pflegefachkräften und der damit verbundene Pflegenotstand. Babinetz berichtete, dass dies vor allem die Großstädte betrifft: "Die Krefelder können schon jetzt keine neuen Kunden aufnehmen." Auch der Wegfall des Zivildienstes traf die Caritas. Zuletzt hatten sie noch elf Stellen (von 47) besetzt, seit Einführung des Bundes-Freiwilligen-Dienstes erst fünf.

So hat sich der Caritas-Verband auch die Förderung freiwilligen ehrenamtlichen Engagements in den verschiedenen Einrichtungen zur Aufgabe gemacht. Gut gelungen ist dies bereits unter anderem an der Höhenstraße in Süchteln, wo auch Kinder und Jugendliche mitziehen. In der Begegnungsstätte in Willich sowie in dem Seniorenprojekt Miteinander-Füreinander in Alt-Viersen, dessen Träger der Caritasverband ist, arbeiten bereits viele Freiwillige gerne mit.

(flo)