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SPD kritisiert Autokino-Idee der CDU Viersen

Kino für Viersen : SPD und Julis kritisieren Autokino-Idee

Der Fraktionsvorsitzende der Viersener SPD hält wenig von dem Vorschlag. Auch vom Vorsitzenden der Jungen Liberalen im Kreis Viersen gibt es Kritik.

Dafür zu sorgen, dass in Viersen ein Autokino eröffnet, ist nicht Aufgabe der Stadtverwaltung – so sieht es zumindest der Fraktionsvorsitzende der Viersener SPD, Manuel García Limia. Damit kritisiert er das Vorgehen der Viersener CDU. Deren Parteivorsitzender Sebastian Achten hatte kürzlich angeregt, auf dem Hermann-Hülser-Platz in Viersen oder am Ransberg in Viersen-Dülken ein Autokino einzurichten, ein entsprechender Antrag sollte bei Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) eingereicht werden. Die Stadt habe derzeit „alle Hände voll“ damit zu tun, die Bürger zu schützen, räumte Achten in seiner Mitteilung ein. „Parallel darf man aber noch ein wenig kreativ sein“, ergänzte er. „Die CDU würde sich freuen, wenn die Bürgermeisterin als erste Wirtschaftsförderin und das Team des Citymanagements unsere Idee aufgriffen.“

Willich, Mönchengladbach, Düsseldorf: Vielerorts in der Region sind Autokinos derzeit ein Thema. Braucht Viersen also überhaupt ein eigenes? „Auf den ersten Blick ist das eine interessante Idee“, sagt García Limia. Dennoch bezweifelt er, dass der Bedarf groß ist – schließlich gebe es ja in wenigen Kilometern Entfernung bereits Autokinos. „Dieser Wunsch der CDU, die Stadtverwaltung solle einfach mal machen, ist im Grunde reiner Wahlkampf“, sagt er. „Nach meiner Einschätzung bedarf es eines Investors, eines Betreibers, der Interesse hat.“ Gebe es den, könne die Verwaltung alles Notwendige prüfen. Aber selbst ein Kino in die Stadt zu holen, „das ist nicht Aufgabe einer Kommune“, betont García Limia. „Die Stadtverwaltung hat zurzeit ganz viele andere Themen zu schultern.“ Mehr noch: Kümmere sich die städtische Wirtschaftsförderung jetzt darum, die Eröffnung eines Autokinos voran zu treiben, „dann wäre ich irritiert“, ergänzt er. Denn gerade jetzt in der Corona-Krise sei es Hauptaufgabe der Wirtschaftsförderung, die Einzelhändler, die kleinen Geschäfte und Unternehmen in der Stadt zu unterstützen – und diese Aufgabe erfülle sie derzeit auch gut. Ein Autokino sei da nur „ein Nebenschauplatz“.

Auch der Viersener Eric Scheuerle, Vorsitzender der Jungen Liberalen im Kreis Viersen, kann der Idee der CDU wenig abgewinnen, wie er im sozialen Netzwerk Facebook deutlich macht. „Das Geld kann man gerade jetzt sinnvoller nutzen“, schreibt er unter anderem und merkt an: „Außerdem werden hier auch viele ausgeschlossen. Nicht jeder hat ein Auto und Jugendlichen ist es dann ohnehin nicht möglich, das Angebot wahrzunehmen, es sei denn, sie bekommen einen Elternteil überredet, welcher dann wiederum auch ein Auto braucht.“