Sparkasse Krefeld-Viersen kann Höhe des Gewinn halten

Bilanz der Sparkasse : Sparkasse kann Höhe des Gewinns halten

Trotz „Riesenherausforderungen“ durch das Zinstief sind die Verantwortlichen bei der Sparkasse „zufrieden“ mit der Bilanz 2018. Digitale Dienstleistungen werden ausgebaut, die Papierüberweisung stirbt aus.

Europa im Zinstief: Trotz „Riesenherausforderungen“ zeigte sich Birgit Roos, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Krefeld-Viersen, „insgesamt zufrieden“, als sie am Freitag die Jahresbilanz 2018 der Sparkasse vorgestellt hat. „Die Herausforderungen haben nicht nachgelassen, wir haben sie gut gemeistert“, resümierte sie, „trotz der belastenden Rahmenbedingungen erzielten wir ein solides wirtschaftliches Ergebnis, das den Ausweis eines Bilanzgewinnes auf Vorjahreshöhe in Höhe von 7,4 Millionen Euro ermöglicht.“

Aus Kundenperspektive gibt es insbesondere zwei wichtige Trends: Die Sparkasse baut die Angebote rund um das Girokonto aus; in Sachen Geldanlage werden Aktien- und Immobilienfonds immer wichtiger: „Das Wertpapiersparen ist derzeit fast die einzige Möglichkeit für die breite Bevölkerung, noch angemessene Vermögenszuwächse zu erzielen“, erklärte dazu der stellvertretende Vorstandvorsitzende Lothar Birnbrich.

Wichtige Kennzahlen: Die Bilanzsumme ist um 272 Millionen Euro oder 3,3 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro gewachsen; das Geschäftsvolumen legte um 299 Millionen auf 8.7 Milliarden Euro zu. Und die Sparkasse gebe auch Geld zurück ins Geschäftsgebiet, betonte Roos: Über Steuerzahlungen, Stiftungen, Spenden und Sponsoring seien 32,4 Millionen Euro in die Region geflossen. Der Bilanzgewinn soll – wie in den Jahren zuvor – in die Sicherheitsrücklage gehen: „Für eine Bank ist es zentral, ausreichend kapitalisiert zu sein, um ihr Kerngeschäft ausweiten zu können“, erläuterte Roos.

Die Sparkasse bleibt ein zentraler Geldgeber für die heimische Wirtschaft. Zum Jahresende 2018 hatte die Bank demnach Kundenkredite in Höhe von insgesamt 5,2 Milliarden Euro im Bestand – „das sind 3,6 Prozent mehr als 2017“, erklärte Roos. Das Kreditvolumen für Unternehmen und Selbständige sei um 52 Millionen Euro auf 2,37 Milliarden Euro gestiegen, 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr. „Die Sparkasse hat damit erneut unter Beweis gestellt, dass sie einer der maßgeblichen Finanzierungspartner von Unternehmen und Selbständigen in Südkreis Kleve, Kreis Viersen und Krefeld ist“, sagte Roos.

Auch in puncto Kredite an Privatpersonen sei 2018 „ein sehr gutes Jahr“ gewesen: Das Volumen der Baufinanzierung kletterte demnach auf ein Allzeithoch im Zusagevolumen von 447 Millionen Euro (plus 4,6 Prozent). Der Wunsch nach einem Eigenheim sei weiter hoch; gerade junge Leute, die bauen wollten, gehörten zu den Gewinnern des Zins­tiefs, erläuterte Birnbrich.

Das billige Geld befördert auch den Konsum: Ein kräftiges Plus von 21 Prozent verzeichnete die Sparkasse beim Konsumkreditgeschäft. „Mit knapp 5700 Darlehen und einem Volumen von 71,4 Millionen Euro übertrafen wir das Ergebnis des Vorjahres – 4500 Stück mit 58,6 Millionen Euro – erneut“, erläuterte Birnbrich.

Als Vertrauensbeweis der Kunden wertet Roos einen Anstieg bei den Kundeneinlagen. Sie belaufen sich zum Jahresende auf 6,87 Milliarden Euro (plus drei Prozent).

Da mit dem klassischen Sparbuch keine Zinsen mehr zu holen sind, setzen Anleger mehr und mehr auf Wertpapiere. Der Nettoabsatz auf diesem Geschäftsfeld legte 2018 mit 75 Millionen Euro stark zu. „Damit kommt zum Ausdruck, dass unsere Anstrengungen, Kunden stärker zum Wertpapiersparen zu bewegen, schrittweise Wirkung zeigen“, resümierte Birnbrich. Aktien- und Immobilienfonds hätten sich mit einer überdurchschnittlichen Wertentwicklung von mehr als drei Prozent als attraktive Wertanlage erwiesen – bei gleichzeitig moderaten Risiken.

Wie im Zinstal zu erwarten, hatte die Sparkasse auch 2018 mit zurückgehenden Zinsüberschüssen auf 145,7 Millionen Euro zu kämpfen (minus 2,2 Prozent oder 3,2 Millionen Euro). Dieser Rückgang sei durch Provisionserträge aufgefangen worden. Der Provisionsüberschuss stieg 2018 um 1,8 Millionen Euro (3,3 Prozent) auf 56,2 Millionen Euro. „In diesem Bereich zeigt sich erneut die große Bedeutung des Giroverkehrs und des Kartengeschäfts. Hier stiegen die Erlöse um 4,5 Prozent“, heißt es.

Der Verwaltungsaufwand wurde um 0,6 Millionen Euro auf 144,2 Millionen Euro gesenkt, die Personalkosten sanken leicht auf 97,9 Millionen Euro. Ende des vergangenen Jahres waren 1632 Menschen bei der Sparkasse beschäftigt – das waren 46 Beschäftigte weniger als 2017, meist geschah dies durch Eintritt in den Ruhestand.

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