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Sparkasse Krefeld verlagert Geldautomaten ins Innere von Filialen

Kriminalität im Kreis Viersen : Das Ende der Outdoor-Geldautomaten im Kreis Viersen

Seit Jahresbeginn wurden im Westkreis sieben Automaten gesprengt. Oft war es Glück, dass dabei keine Menschen zu Schaden kamen. Jetzt reagieren die Kreditinstitute — und schaffen die Außenautomaten ab.

Nach der Volksbank Viersen reagiert auch die Sparkasse Krefeld auf eine neue Empfehlung des Landeskriminalamtes für die Betreiber von Geldautomaten in Außenbereichen und wird in ihrem Filialgebiet mehrere Geldautomaten in Außenbereichen abbauen. Betroffen ist auch die Filiale in Viersen-Dülken.

Hintergrund ist eine deutliche Zunahme von Geldautomatensprengungen. „Im Kern lautet die Botschaft des Landeskriminalamtes, dass für Outdoor-Geldautomaten mit angrenzender Wohnbebauung kein tragfähiges Sicherheitskonzept bekannt ist und diese Standorte daher aufgrund der Gefährdungslage für die Bevölkerung geschlossen werden sollen“, erklärt Sparkassen-Sprecher Harald Schulze. „Wir nehmen das Thema sehr ernst. In der Vergangenheit haben wir uns bereits an den Empfehlungen des LKA orientiert und in erheblichem Umfang in die Sicherheit unserer Geldautomaten investiert.“

In diesem Jahr wurden vier Geldautomaten der Sparkasse Krefeld gesprengt – in Niederkrüchten, Dülken, Boisheim und Krefeld-Fischeln. „Es handelte sich dabei jeweils um Außen-Geldautomaten“, berichtet Schulze. „Die Sprengungen verliefen alle ohne Erfolg für die Täter, die in keinem Fall Geld erbeuten konnten. Wir sehen dies auch als Konsequenz aus unseren zuvor getroffenen Investitionen, verbunden mit der Hoffnung auf eine zukünftig abschreckende Wirkung.“ Auch Automaten der Volksbank Viersen waren in diesem Jahr gesprengt worden. Im April ein Geldautomat in Niederkrüchten, im Mai ein Automat in Viersen-Dülken. Jürgen Cleven, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Viersen, hatte im Interview mit unserer Redaktion erklärt: „Wir werden die beiden gesprengten Automaten am Kaufland-Markt in Dülken und im Gewerbegebiet Niederkrüchten-Dam nicht ersetzen.“ Dabei verwies er auf die Empfehlung des Landeskriminalamtes. „Grund dafür ist die Skrupellosigkeit der Täter, die auch vor Personenschäden nicht zurückschrecken.“

Aktuell habe auch die Sparkasse Krefeld die jüngste LKA-Empfehlung zum Anlass genommen, jeden ihrer gut 100 Geldautomaten zu analysieren, berichtet Schulze. „Im Ergebnis identifizierten wir fünf gefährdete Automaten, die direkt an eine Wohnbebauung angrenzen“, so Schulze. „Da die Täter eine immer rücksichtslosere Vorgehensweise wählen, dabei hohe Sachschäden verursachen und zudem Personenschäden billigend in Kauf nehmen, ist unser oberstes Anliegen, den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten.“ Daher werde die Sparkasse insgesamt fünf Geldautomaten ab Montag, 20. Juli, 8 Uhr, stilllegen. So soll in der Dülkener Filiale der Geldautomat von außen in die Filiale verlegt werden. Auch der Outdoor-Geldautomat in Neersen wird stillgelegt. Schulze: „Wir werden kurzfristig im bisherigen SB-Foyer der Geschäftsstelle einen Geldautomaten in Betrieb nehmen.“ Ersatzlos abgebaut wird der Outdoor-Geldautomat in der Filiale am Stadtgarten in Krefeld. In der Filiale in Krefeld-Hüls wird der Outdoor-Geldautomat ebenfalls ersatzlos entfallen. „Unseren Kunden stehen im Foyer weiterhin zwei Geldautomaten zur Verfügung“, betont Schulze. Und der Geldautomat an der Fischelner Sparkassen-Filiale wird ins Foyer verlagert. In den Filialen kann an den Automaten –bis auf wenige Ausnahmen – in der Zeit von 6 Uhr bis Mitternacht Geld abgehoben werden.