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Viersen: Sorge um Parkplätze, Bäume und Lärm an der Löh

Viersen : Sorge um Parkplätze, Bäume und Lärm an der Löh

Die Stadtverwaltung stellte die Baupläne für den Bereich Konrad-Adenauer-Ring/Löh vor. Die Bürger sehen sie kritisch.

Noch wird eine von viel Grün gesäumte große Sportfläche am Erasmus-von-Rotterdam Gymnasium für das Internationale Hochsprung-Meeting genutzt. Doch wenn es nach dem Willen der Stadt Viersen geht, existiert diese Fläche bald nicht mehr in der heutigen Form. Sie würde verkleinert, daneben würden ein Kindergarten, zwei Mehrfamilienhäuser mit je 20 Wohnungen, neun Reihen- sowie sieben freistehende Einfamilienhäuser gebaut. So sind die Pläne für das Areal, das von Konrad-Adenauer-Ring, Rotdorn- und Schlehdornweg und der Sportfläche begrenzt wird. Es ist 2,5 Hektar groß, 1,5 davon sollen bebaut werden.

"Es soll in Einklang mit der vorhandenen Wohnbebauung gebaut werden. Dazu kommt eine Erschließungsstraße, die vom Konrad-Adenauer-Ring parallel zu den verkleinerten Sportflächen verlaufend in das Neubaugebiet führt", erklärte die Technische Beigeordnete Beatrice Kamper bei der ersten Bürgerversammlung zu dem Vorhaben. Der Erste Beigeordnete Dr. Paul Schrömbges betonte dabei, wie dringend der Bau des Kindergartens sei. "Die Sanierungskosten für die am Konrad-Adenauer-Ring bestehende Kita sind zu hoch und ein weiteres Problem ist, dass dort keine U3-Betreuung möglich ist", sagte er. Zudem braucht die Stadt laut der bis zum Frühjahr erarbeiteten Expertise Handlungskonzept Wohnen innenstadtnahe kleine und günstige Wohnungen. Sie sollen in Mehrfamilienhäusern entstehen, denn in den 40 Wohneinheiten sind neben 16 großen auch 24 Wohnungen mit jeweils 50 Quadratmetern geplant.

Die Anwohner sind mit der Planung allerdings nicht glücklich. "Die Mehrfamilienhäuser sind gewaltig. Es werden zudem etliche Stellplätze wegfallen, und wie sieht es mit den Bäumen aus? Kommen alle weg?", fragte eine Anwohnerin.

Kamper sagte, dass zwar viele, aber nicht alle Bäume fallen werden. "Wir werden die Bäume auch nicht eins zu eins ersetzen. Wir überprüfen, wo neue Anpflanzungen möglich sind", sagte sie - und nannte die Maßnahme ein Trostpflaster für die Ökobilanz der Stadt.

Auch mit der geplanten Parksituation sind die Anwohner unzufrieden. Sieben Stellplätze fallen weg, die Mehrfamilienhäuser sollen zwölf Stellplätze im Keller erhalten. Zudem soll am Kita-Gelände ein Parkplatz mit 38 Plätzen entstehen. Dies sei angesichts der Zahl der Menschen, die in das Gebiet umziehen würden, viel zu wenig, bemängelten die Anwohner. Schon jetzt seien Parkplätze rar.

Weiter sorgen sich die Bürger um die Nähe der Wohnungen zum Sportplatz - etwa aufgrund von Lärm, der die Anwohner stören könnte. Die Vertreter der Verwaltung halten Konflikte hier für unproblematisch. Passive Lärmschutzmaßnahmen sind geplant.

Ein Bürger schlug vor, es solle ein Architektenwettbewerb ausgelobt werden. Schließlich handle es sich um ein wertvolles Stück Fläche, und die Planungen der Stadt seien fehlgeleitet.

(tref)