Sorge um das Denkmal "Narrenmühle" in Viersen-Dülken

Berühmtes Denkmal in Viersen : Sorge um die Narrenmühle in Dülken

Das Denkmal ist stärker beschädigt als bisher angenommen. Bei der Untersuchung fanden die Ingenieure eine kleine Sensation.

Das auch über die Grenzen Viersens hinaus bekannte Denkmal Narrenmühle in Dülken ist stärker beschädigt als bisher angenommen. Das geht aus einem Gutachten hervor, das ein niederländisches Ingenieurbüro im Auftrag der Stadt Viersen erstellt hat. Die Stadt, in deren Besitz sich die Mühle seit 1912 befindet, will das Denkmal Stück für Stück auseinanderbauen und sanieren lassen. Die geschätzten Kosten betragen rund 400.000 Euro. Anfang Oktober werden die Dülkener über den Zustand der Mühle und die geplante Sanierung in einer öffentlichen Veranstaltung informiert.

Aktuell ist die Bockwindmühle aus dem Baujahr 1809 nur deshalb standsicher, weil eine Stahlkonstruktion die von Schädlingen befallene Unterkonstruktion stützt.  Im jüngsten Bauausschuss berichtete Fachbereichsleiter Ralf Lentzen nun: „Nicht nur die Unterkonstruktion ist beschädigt, sondern auch das Fachwerk der Seitenfassaden.“ Vor den Sommerferien hatte der Gutachter an der windabgewandten Seite die Verschalung geöffnet. „Bereits dort sind mehrere Tragbalken, Pfosten und Diagonalstreben des Fachwerks verfault. Ursache sind Feuchtigkeit und eindringendes Wasser.“ Auf der windzugewandten Seite werde es vermutlich noch schlimmer aussehen.

Bei der Untersuchung kam auch raus: Das bisher offiziell angegebene Baujahr 1809 stimmt wohl nur teilweise. „Der Gutachter hat in der Mühle Balken gefunden, die deutlich älter sind. Sie stammen vermutlich etwa aus dem Jahr 1700“, berichtet Lentzen. Eine kleine Sensation.

Eine Sanierung soll die Stützbauten überflüssig machen und den Bestand der Mühle dauerhaft sichern. „Ersetzt werden nur die betroffenen Holzbereiche, nicht ganz Balken. Per Spezialkleber können dann die Ersatzstücke befestigt werden“, erklärt Lentzen. Damit die Kosten den städtischen Etat nicht über Gebühr belasten, will die Kommune Fördergelder beantragen. Das Land NRW hat ein neues Förderprogramm mit dem Titel „Heimat-Zeugnis“ aufgelegt. Innerhalb von vier Jahren stehen 150 Millionen Euro zur Verfügung. Lentzen: „Die Maßnahmen würden mit Fördersätzen zwischen 80 und 90 Prozent unterstützt.“ Wird die Narrenmühle dabei nicht berücksichtigt, würde die Stadt im Jahr 2019 Fördergelder aus der regulären Denkmalpflege beantragen. „Da liegt der Förderansatz allerdings nur bei 30 bis 50 Prozent.“ Wann die Mühle saniert wird, hängt nicht allein von den Fördergeldern ab. Lentzen: „Es gibt nur wenige Firmen, die sich auf die Sanierung solcher Mühlen spezialisiert haben.“