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Kreis Viersen: "Sommerloch-Lamento" zum Thema Gas-Fracking

Kreis Viersen : "Sommerloch-Lamento" zum Thema Gas-Fracking

Die Kreis-CDU ist verärgert über eine Stellungnahme des SPD-Bundestagsabgeordneten Udo Schiefner.

Der CDU-Kreisvorsitzende Marcus Optendrenk kritisiert das "Sommerloch-Lamento" des SPD-Bundestagsabgeordneten Udo Schiefner. Mit seiner Kritik an der Union zum Fracking mache Schiefner es sich zu leicht. Die Union im Kreis Viersen und in Nordrhein-Westfalen vertrete weiterhin die Meinung, dass unter den heutigen technischen Voraussetzungen unkonventionelles Fracking zu gefährlich ist. Deshalb dürfe es nicht genehmigt werden. "Das kann jeder verstehen, der durch unseren wertvollen Naturpark Schwalm-Nette radelt oder wandert. In Berlin gibt es eben auch andere Stimmen. Das ist in einer Demokratie häufiger der Fall. Wir werden trotzdem weiterhin dafür arbeiten, dass sich unsere Haltung durchsetzt", erklärt Optendrenk.

Wenn es Udo Schiefner rein um die Sache gehe, solle er den aktiven Schulterschluss mit dem heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Uwe Schummer und den Landtagskollegen aus dem Kreis Viersen suchen, statt über unterschiedliche Meinungen in der Volkspartei CDU in Düsseldorf und Berlin zu lamentieren. "Sonst liegt es nahe, dass es nur um Sommerlochfüllung geht und nicht um die Sache."

Schiefner hatte der CDU Doppelzüngigkeit vorgehalten. Im Kreis Viersen und auf Landesebene sei sie gegen Fracking, in Berlin gebe es ganz andere Positionen.

Uwe Schummer hatte begrüßt, dass die Entscheidung über Gas-Fracking im Deutschen Bundestag verschoben wird. So habe besonders die CDU-Landesgruppe NRW weitere Verschärfungen eingefordert. Zentraler Kritikpunkt ist, welche Kompetenz eine vorgesehene Expertengruppe erhält. "Wichtig ist, dass nicht nur Experten, sondern der Deutsche Bundestag nach dem Gutachten der Expertenkommission über das Verbot von unkonventionellen Fracking abstimmt", erklärte Uwe Schummer. Fracking sei erst akzeptabel, wenn es technisch ohne den Einsatz giftiger und wassergefährdender Stoffe möglich ist.

Verschnupft äußerte sich der Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Berger. Er werde jedenfalls nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, wenn die SPD sich Zusammenarbeit mit der CDU im Kreis so vorstelle.

(RP)