So will Brüggen mehr Urlauber gewinnen

Tourismus : So will Brüggen mehr Urlauber gewinnen

Die Burggemeinde ist ein beliebtes Ausflugsziel. Mit zwei Hotels sollen neue Zielgruppen erreicht werden. Auch Pauschalreisen sind geplant.

Die Burggemeinde wird gern besucht: Im vergangenen Jahr wurden dort in den ersten acht Monaten mehr als 26.300 Übernachtungen gezählt. „Besonders beliebt sind Ferienwohnungen“, sagt Marietta Peckels vom Fachbereich Wirtschaftsförderung, Tourismus und Kultur. „Wir kriegen mehr Anfragen als wir beantworten können.“ Die 40 Ferienwohnungen seien zwischen 70 und 80 Prozent ausgelastet, insbesondere während der Sommermonate. Doch Brüggen als touristisches Ziel wird in den kommenden Jahren deutlich sein Gesicht verändern. Das hat unterschiedliche Gründe.

Wie wird sich die Burggemeinde weiterentwickeln?

Brüggens Bürgermeister Frank gellen (CDU) hofft auf positive Effekte durch zwei Hotel-Projekte: Zum einen wird das frühere Traditionshaus Brüggener Klimp als „Be me“-Hotel modernisiert. Die Eröffnung ist für April 2020 geplant. Zum anderen entsteht am Westring ein Best-Western-Hotel mit hundert Betten, Ostern 2021 soll es eröffnet werden. Geschäftsführer Heiko Stärk rechnet mit 12.000 Übernachtungen allein im ersten Jahr – Tendenz steigend. „Durch diese Häuser können wir auch Zielgruppen erreichen, die wir bisher mangels passender Angebote nicht ansprechen konnten“, sagt Brüggens Bürgermeister. Simon Lohr will besonders Brautpaaren eine Adresse für ihre Hochzeitsfeier bieten. Dazu passen Aktionen der Wirtschaftsförderung, Brüggen als Hochzeitsgemeinde zu vermarkten, etwa mit der jährlichen Hochzeitsmesse.

Wie will die Gemeinde mehr Reisende gewinnen?

Bisher ist Brüggen insbesondere bei Tagesausflüglern oder Radtouristen beliebt. „Was uns komplett fehlt, sind Angebote für Pauschaltouristen“, sagt Wirtschaftsförderer Guido Schmidt. Durch die beiden neuen Hotels könne man auch diese Lücke schließen. Dabei will die Burggemeinde eng mit dem NiederrheinTourismus zusammenarbeiten. „Das eröffnet uns ganz andere Möglichkeiten“, sagt Schmidt. Dabei gehe es auch um barrierefreie Reisen für alle, also auch um Urlaub für Menschen mit Handicap, ergänzt Marietta Peckels. Für Pauschalreisende könnten etwa Übernachtungen mit Bootstouren oder Ausflügen kombiniert werden.

Wer schätzt Brüggen als Reiseziel besonders?

Bisher wurde alles in einem Radius von 100 Kilometer betrachtet. Dazu zählen insbesondere Reisende aus den Niederlanden. Deshalb hat die Gemeindeverwaltung besonders die Region Limburg für Werbung ins Visier genommen, online gibt es auch eine Infosäule zum weißen Stein.

Wie könnte die kurze Distanz von 18 Kilometern zum Designer-Outlet in Roermond besser vermarktet werden?

Ein Werbeplakat auf der Autobahn 52 für Brüggen bringe bereits viel Aufmerksamkeit, meint Marietta Peckels. Viele Menschen seien überrascht, wie kurz der Weg von dort nach Brüggen sei. Bürgermeister Frank Gellen kann sich gut vorstellen, die kurze Entfernung zwischen Brüggen und dem Outlet stärker zu bewerben. „Attraktiv könnte etwa ein Busshuttle sein“, meint er. Dazu will Gellen sich mit den beiden Hotelmanagern austauschen. Interessant wären auch dazu passende Übernachtungs-Arrangements. Außerdem könne parallel dazu die ÖPNV-Struktur ausgebaut werden.

Ist die Tourist-Info in der Burg gefragt?
„Die Besucherzahlen in der Info schwanken. Wenn es heiß ist, merken wir das sofort“, sagt Marietta Peckels. Trotz der Möglichkeit der Online-Recherche sei der Anlaufpunkt in der Burg aber unverändert bei den Reisenden beliebt.  Sie kämen auch vorbei, um Infomaterial abzuholen.

Was ist für den Wohnmobil-Stellplatz an der Borner Straße geplant?

Der seit 19 Jahren bestehende Platz bietet Abstellmöglichkeiten für 40  Wohnmobile, die Standmiete kostet pro Tag fünf Euro, Strom weitere zwei Euro. Laut Guido Schmidt muss der Platz fit gemacht werden, denn dort fehlen Fernseh-Empfang ebenso wie W-Lan. Und beides würden Wohnmobilreisende heute einfach erwarten.

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