Grenzland: So steht die Politik zum Bäderkompromiss

Grenzland : So steht die Politik zum Bäderkompromiss

In knapp zwei Wochen wird es spannend: Dann entscheidet der Niederkrüchtener Rat über den Vorschlag der interkommunalen Bäderkommission. Sechs Tage später fällt die Entscheidung in Brüggen. Noch ist vieles offen.

Die interkommunale Bäderkommission hat einen Kompromiss vorgelegt: Ein gemeinsames Hallenbad soll gebaut werden, dessen jährliche Betriebskosten eine Million Euro nicht überschreiten; möglicher Standort ist das Birmges-Gelände in Brüggen. Brüggen will dort eine Saunalandschaft betreiben. Die Gemeinde Niederkrüchten saniert auf eigene Kosten das Freibad. Während die Freibad-Initiative um Dirk Zilz zufrieden ist  („Wir sehen das grundsätzlich sehr positiv“), haben sich noch nicht alle Fraktionen entschieden, wie sie abstimmen werden.

In Brüggen besteht bei den Christdemokraten (18 Sitze im Rat) Beratungsbedarf, wie deren Fraktionsvorsitzender Thomas Schmidt erläutert: „Wir werden darüber nochmals im Arbeitskreis und in der Fraktion sprechen.““ Entscheidend sei, wie viel Bad man sich für eine Million Euro leisten könne.

Für die SPD (sechs Sitze im Rat) meint deren Vorsitzender Gottfried Optenplatz: „„Wir können den Kompromiss mittragen.“ Allerdings hätte die SPD eine Lösung mit einem großen Hallenbad bevorzugt.“

Die Bündnisgrünen (fünf Sitze) um Fraktionschef René Bongartz seien nicht zufrieden. „Wir wollen alles daran setzen, die Kosten gering zu halten““, so Bongartz. So viele Menschen wie möglich sollten nach Brüggen gelockt werden, etwa mit einer attraktiven Saunalandschaft. Bei Niederkrüchten sieht er in der Ablehnung der großen Lösung „eine gewisse Hasenherzigkeit“. Er persönlich werde dem Kompromiss nicht zustimmen. „Höchstwahrscheinlich ablehnen“ wird ihn die Unabhängige Brachter Wählergemeinschaft (vier Sitze), sagt deren Fraktionschef Tim Peter Gottwald. Der UBW hätte ein neues Lehrschwimmbecken genügt.

Beratungsbedarf gibt es auch bei der FDP (drei Sitze), wie deren Fraktionschef Andreas Bist sagt. Aber: „Einen Kompromiss um jeden Preis wird es mit uns nicht geben.““

Auch bei der Alternativen Wählergemeinschaft Brüggen gibt es laut Fraktionschef Rolf Gersemann noch keine einheitliche Meinung.

In Niederkrüchten ist die CDU (14 Sitze im Rat) um Fraktionsvorsitzenden Johannes Wahlenberg mit dem Kompromiss zufrieden, weil er den Erhalt des Freibads  bedeute. Dies sei ein Alleinstellungsmerkmal für Niederkrüchten, ein wichtiger Treffpunkt in zentraler Lage, auch für Jugendliche und Familien. „Dort auch ein Hallenbad zu errichten, halten wir nicht für sinnvoll“, so Wahlenberg. Die Kosten für das gemeinsame Hallenbad müssten begrenzt werden.“

Auch innerhalb der SPD (zehn Sitze im Rat) ist man mit dem Kompromissvorschlag zufrieden und hält ihn für mehrheitsfähig, wie deren Fraktionsvorsitzender Wilhelm Mankau erläutert: „Es gab das Votum der Bürger zum Freibad. Das haben wir ernst genommen.““ Allerdings seien noch viele Details rund um den Kompromiss zu klären.

Zu einem Abschluss der seit Jahren offenen Bäderfrage wollen die Bündnisgrünen (vier Sitze im Rat) um Fraktionsvorsitzenden Christoph Szallies kommen: „Seit Jahren reden wir über die Bäder. Langsam sollten wir zu einer Lösung kommen.““ Seine Fraktion habe von Anfang an für das Freibad gekämpft; die ideale Lösung wäre für ihn ein Freibad mit Hallenbad gewesen.

Die FDP (zwei Sitze) hält den Kompromiss dagegen für „faul“, wie deren Fraktionschef Lars Gumbel schildert. Eine große Lösung sei nie wirklich diskutiert worden. Eine Alternative zum Freibad wäre etwa ein großes Hallenbad mit einer Liegewiesen. Nun gelte es abzuwarten, wie der Kompromiss in Brüggen eingeschätzt werde.

Die Christlich Kommunale Wählergemeinschaft (zwei Sitze) um Jörg Lachmann hält den Kompromiss eines gemeinsamen, neuen Hallenbads in Brüggen und eines sanierten Freibads für gut. „Noch besser wäre ein Naturfreibad am Dahmen-See“, so der Fraktionschef. Auch die Linke (zwei Sitze) will laut deren Fraktionschef Thomas Niggemeyer den Kompromiss mittragen. Wichtig sei auf jeden Fall der Erhalt des Freibads gewesen.