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So läuft jetzt die Ausgabe bei den Tafeln in Brüggen und Niederkrüchten

Engagement in Brüggen und Niederkrüchten : So läuft jetzt die Ausgabe bei den Tafeln

In Niederkrüchten und Brüggen werden unter CoronaSchutzbedingungen Lebensmittel verteilt. Die Nutzer sind froh, dass die Tafeln wieder aufhaben und helfen können. Die Tafeln erhalten auch vermehrt Spenden.

Irmgard Ebels und ihre Helfer von der Brüggener Tafel hatten am Montag alle Hnde voll zu tun. Sie bereiteten den ersten Ausgabe-Tag vor: Seit dem 16. März  war die Tafel am Vennmühlenweg wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossen. Am Montagnachmittag öffnete sie das erste Mal wieder. Allerdings unter besonderen Auflagen. Die Nutzer sind froh, dass die Tafel wiedergeöffnet sind. „Ich bin Frührentnerin, habe wenig Geld und muss auf vieles verzichten. Die Tafel hilft mir sehr“, sagt eine Frau, während sie Gemüse und Käse einpackt.

„Wir haben die zwei Eingänge eingerichtet, damit niemand so nah aneinander vorbei gehen muss“, sagt Ebels als Vorsitzende des Brüggener Tafelvereins.  Kisten markieren die Abstände, Wege sind mit rot-weißem Flatterband abgesperrt.  Zwei Posten achten drauf, dass sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig bei der Ausgabe im und außerhalb des Gebäudes befinden. Zudem wurden Flyer verteilt, in denen die Besucher über die geänderten Bedingungen informiert wurden. „Schürzen und Mundschutz tragen generell alle Helfer bei der Ausgabe“, sagt Ebels. Wegen der drohenden Ansteckung durch das Coronavirs werde jetzt zusätzlich Mund-Nasen-Schutz angelegt. Fast alle Helfer bei der Tafel gehören zur Risikogruppe – auch die 75-jährige Irmgard Ebels. Um die Ausgabe kümmern sie sich aber trotzdem, jeweils zehn Helfer sind dabei. Sie sortieren Gemüse, sind aus Fahrer und Begleiter unterwegs oder geben vorsortierte Lebensmittel etwa an Muslime aus.

 Eine Kundin packt Obst, gemüse, Käse und andere Lebensmittel ein. Sie ist froh, dass die Tafel in Brüggen wieder Hife anbietet.
Eine Kundin packt Obst, gemüse, Käse und andere Lebensmittel ein. Sie ist froh, dass die Tafel in Brüggen wieder Hife anbietet. Foto: Daniela Buschkamp
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Zwei Mal pro Woche, jeweils montags und freitags, hat die Brüggener Tafel geöffnet. „Wir versorgen rund 250 Familien“, schildert Ebels. Manche kommen an einem, manche an beiden Tagen. „Wir versorgen die Menschen nicht vollständig“ betont die Vorsitzende des Tafelvereins. Zu den Nutzern gehören Menschen mit wenig Einkommen in jedem  Alter, Familien ebenso wie Rentner.

Auch während der Schließung der Ausgabe hat der Tafelverein sich weiter um Bedürftige gekümmert: „Wir haben pro Woche 70 bis 80 Haushalte beliefert“, schildert Ebels. Dafür wurden Tüten und Pakete mit Nahrungsmittel gepackt und ausgeliefert; auch Toilettenpapier konnte verteilt werden. „Es war sehr viel Arbeit. Aber ich denke, die Auslieferung hat gut geklappt“, sagt die 75-Jährige. Neben Sach- habe die Tafel in der Coronakrise auch Geldspenden erhalten.

 Wegen der Corona-Krise wurde die Ausgabe neu organisiert.
Wegen der Corona-Krise wurde die Ausgabe neu organisiert. Foto: Daniela Buschkamp

Jetzt seien die menschen froh, dass die Tafel wieder Hilfe biete..Am ersten Ausgabe-Tag gab es am Brüggener Vennmühlenweg keine Warte-Schlangen. „Das haben wir vermieden, indem wir jeden sofort bedient haben“, sagt Irmgard Ebels.  „Es muss sich erstmal rumsprechen, dass die Ausgabe wieder geöffnet ist.“ Am Montagmorgen hätten bereits viele Menschen angerufen und gefragt, wann sie wieder zur Tafel kommen konnten.

In Niedekrüchten waren die Besucher bei der ersten regulären Ausgabe überaus dankbar. „;Das ist ja wie im Schlaraffenland“ habe ein Kunde gesagt, schildert Adi Gys, der Vorsitzende des Tafelsvereins Niederkrüchten. Auch die Niederkrüchtener Tafel hatte ihre Ausgabe für kurze Zeit komplett eingestellt, dann einen Lieferdienst eingerichtet und anschließend Waren durch das Fenster ausgeteilt.

Am Freitag fand dort der erste reguläre Ausgabe unter Corona-Regeln statt. „Wir haben den Zugang auf zwei Kunden beschränkt, Schutzscheiben aufgehängt und Abstände markiert“, schildert Adi Gys. 70 Familien seien an diesem Tag versorgt worden, rund fünf bis sechs weniger als sonst an Ausgabe-Tagen. „Wir verzichten zurzeit auch auf die Umlage von 1,50 Euro, haben stattdessen ein Sparschwein aufgestellt,“ sagt Gys. Dies werde gut gefüttert. Zudem habe der Verein zahlreiche Spenden erhalten.