Schwalmtal: So gelingt der selbstgemachte Osterhase

Schwalmtal: So gelingt der selbstgemachte Osterhase

Die kleinen Bäcker in der Kita Anna Polmans zeigen beim Backnachmittag, wie's geht

Wo sonst geklebt, gemalt und gespielt wird, wird Teig geknetet: Lea, Tom, Leila und Louisa kippen die abgewogenen Zutaten zusammen, kurze Zeit später ist aus der klebrigen Masse ein fester, süßer Teig entstanden. "Die Kinder lieben das Kneten und auch die Matsche am Anfang", sagt Kinderpflegerin Bianca Schäfer. "Ich backe selbst sehr gerne, und auch den Kindern macht es viel Spaß."

Erster Schritt: Alle Zutaten gut mischen und zu einem Teig verkneten. Foto: Prümen Norbert

Zum Osterbacken hatte das Familienzentrum Anna Polmans in Amern zwei Mal eingeladen. "Beim ersten Mal waren alle sechs Plätze ausgebucht", sagt Schäfer. "Da war es auch sehr wuselig." Außerdem gibt es nur zwei Backöfen in der Kita. "Mit mehr als sechs Kindern kommt auch der Ofen nicht mehr hinterher."

Vierter Schritt: Teig bei 180 Grad Umluft goldbraun backen. Foto: Prümen Norbert

Bei der Runde mit vier Kindern gab es keinen Stress beim Backen: Alle Hasen, groß und klein, dick und dünn, kamen pünktlich an die heiße Luft und auch wieder raus.

Zweiter Schritt: Teig in kleine Stücke teilen und Hasen formen. Foto: Prümen Norbert

Dabei machen manche Kinder die Kostprobe am Hasen, noch bevor das Tier aus Teig gar ist. "Wir beide essen lieber den Teig als das, was danach aus dem Ofen kommt", sagt Lisa Gartz und lacht. Sie ist zum ersten Mal mit ihrem Sohn beim Backen in der Kindertagesstätte.

Dritter Schritt: Die Hasen mit Rosinen und Hagelzucker verzieren. Foto: Prümen Norbert

"Sonst ist meistens seine Oma mit Tom meistens da, zum Beispiel beim Weihnachtsbacken, oder beim Karnevalsbasteln", sagt die 27-Jährige. Während der Sohn die Spielsachen in der improvisierten Backstube für sich entdeckt hat, sagt Gartz: "Heute hat den Hasen wahrscheinlich zum größten Teil Mama gemacht. Zuhause kippt Tom am liebsten die Zutaten für den Teig zusammen und hält den Mixer beim Rühren."

Ilse Prochnio ist mit der Tochter ihres Schwagers zum Backnachmittag in die Kita gekommen. Auf dem Blech entsteht eine ganze Hasenfamilie. "Die verschenke ich", sagt Louisa. Die Fünfjährige formt einen Hasenrumpf nach dem anderen, ihre Tante Ilse klebt mit Milch die Öhrchen und Schwänze dran. Vor vier Jahren ist Prochnio aus dem Kreis Mettmann nach Schwalmtal gezogen.

"Ich mache das sehr gerne mit Louisa", sagt die 78-Jährige. Einst habe sie selbst mit dem Gedanken gespielt, eine Ausbildung zur Erzieherin zu machen. Bereits vor einem Jahr hatte sie ihre Nichte beim Backen begleitet. "Da war Louisa noch vier Jahre alt, da hat das Backen noch nicht so schön geklappt." An diesem Tag füllt sich das Backblech mit einer ganzen Hasenschar aus Quark-Öl-Teig.

Die Lust zum Backen wecken aber manchmal auch schon die ersten Kreationen aus dem Ofen daheim. "Wir backen auch zuhause oft", sagt Gartz. Mit den Kindern im Familienzentrum macht Bianca Schäfer außerdem nicht nur Gebäck - auch an Nachspeisen und anderen Leckereien dürfen sich die Kinder probieren. Schäfer ist selbst Mutter von zwei Kindern.

Die Kinderpflegerin zeigt sich zufrieden mit dem Osterbacken: "Es herrschte eine gute Stimmung, es war auch nicht zu voll." Und auch die Kinder sind mit den Ergebnissen ihrer Backkunst zufrieden. Die ersten Hasen werden noch in der Backstube angeknabbert.

Der Brauch rund um den eierbringenden Osterhasen ist mittlerweile in der westlichen Welt fest etabliert. Zum Osterfest werden oft aus Teig gebackene oder aus Schokolade gegossene Hasen verschenkt: Neben dem Osterei ist er das wohl bekannteste Oster-Symbol.

Dabei brachte in einigen Regionen früher nicht Meister Lampe die bunten Eier. Im Norden Nordrhein-Westfalens war es beispielsweise der Osterfuchs, der über Nacht die gefärbten Eier in ein Nest aus Moos legte. In anderen Regionen brachte der Osterhahn die Eier - früher meist mit Zwiebelschalen orange gefärbt.

Im englischsprachigen Raum überwiegt die Vorstellung vom Osterhasen als Osterkaninchen. Die Australier haben dem Osterkaninchen sogar eine einheimische Tierart als Partner zur Seite gestellt: Seit den 1970er Jahren bringt im Outback der Große Kaninchennasenbeutler die Ostereier. Der "Easter Bilby" ist mittlerweile fester Bestandteil der australischen Osterkultur.

Besonders in gläubigen Kreisen ist das Osterlamm, mit Siegesfahne versehen, Symbol für das Feiern der Auferstehung Christi. Das Lamm als Symbol ist bereits in der Bibel in verschiedenen Zusammenhängen erwähnt. Während der Osterfeier wird das gebackene Lamm zur Weihe gebracht und beim Osterfrühstück verspeist.

Aus dem Quark-Öl-Teig lassen sich aber Hase, Lamm und andere Tiere gleichermaßen formen. Und mit etwas Geschick gelingt bestimmt auch ein Fuchs. Zum Dekorieren eignen sich nicht nur Rosinen und Zucker, auch andere trockene Früchte und Nüsse passen gut dazu.

(juz)