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So geht es mit dem Bürgerbegehren in Niederkrüchten weiter

Die Bäderfrage in Niederkrüchten : So geht es mit dem Bürgerbegehren weiter

Die Initiatoren eines Bürgerbegehrens für das Freibad haben die Kostenschätzung der Gemeinde über 4,4 Millionen Euro erhalten. Jetzt sammeln sie Unterschriften.

Als Guido Buschhüter aus dem Urlaub zurückkommt, findet er einen Einschreibebrief der Gemeinde vor: die aktuelle Kostenschätzung für die Sanierung des Freibades. Über die vorgelegten Zahlen war er dann doch „etwas verwundert“. Für die Sanierung errechnete die Gemeinde eine Summe von knapp 4,4 Millionen Euro. „Das ist ein strammer Batzen“, vor allem nur für die Erneuerung der Technik und des Beckens. Bei einer Schätzung aus dem Februar 2021 wurden noch 4,26 Millionen Euro, aber dann für weit mehr als Becken und Technik, genannt. Für eine Unterschriftensammlung muss die Initiative jetzt die knapp 4,4 Millionen Euro nennen.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens „Start Freibadsanierung“ stehen seit Juni in den Startlöchern, um mit dem Sammeln der Unterschriften für die Sanierung des Freibades Niederkrüchten zu beginnen. Sie führten mehrere Gespräche mit  Anwälten, es wurden Aufkleber in Druck gegeben und Flyer entworfen. Alle warteten monatelang auf eine aktualisierte Kostenschätzung der Gemeinde. „Solange uns die Verwaltung nicht die fehlende Kostenschätzung übermittelt, sind wir blockiert und dürfen keine Unterschriften sammeln“, sagte Guido Buschhüter. Jetzt liegt die Kostenschätzung der Verwaltung vor und so starten die Initiatoren mit der Unterschriftensammlung. Sie sind davon überzeugt, dass „die Meinung in der Bevölkerung eine ganz andere sei als die im Rat“.

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Die Initiatoren machen also weiter, aber es wird schwieriger. Gewollt war ein initiierendes Bürgerbegehren, für das man „alle Zeit der Welt“ gehabt hätte. Wenn es jetzt aber zu einem Ratsentscheid in Sachen Freibad kommt, ist nur ein Bürgerbegehren möglich, das einen Ratsbeschluss kassiert. Und dafür gibt es enge Fristen. In Nordrhein-Westfalen beträgt sie nach der Bekanntmachung des Ratsbeschlusses gerade mal sechs Wochen.

Dieser Fall droht im November. Auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag, 2. November und des Rates am Dienstag, 9. November steht der Tagesordnungspunkt „Sanierung des Freibades Niederkrüchten“, bei dem die Verwaltung empfiehlt, auf die Sanierung am bisherigen Standort zu verzichten. Michael Willemse, Vorsitzender des Fördervereins Niederkrüchtener Bäder, empfindet die überraschende Wende als „Schlag ins Gesicht“.  Der Verein hat mit der Wiederöffnung der Liegewiese viel Engagement eingebracht und viele Gespräche zum Bürgerbad geführt. Am Wochenende will Willemse die Fraktionen anschreiben. Das Freibad sei seit drei Jahren geschlossen. Warum solle jetzt mit einer Ablehunung der Sanierung dem Freibad der Todesstoß gegeben werden? Willemse hat „nichts gegen die Pläne zum interkommunalen Bad“. In Brüggen stünden sie nicht mehr auf der Tagesordnung des zeitgleichen Haupt- und Finanzausschusses. Ohne Klarheit aus Brüggen könne auf Alternativen nicht verzichtet werden.