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So funktioniert das Schwimmen unter Corona-Regeln iim Solarbad

Freizeit in Schwalmtal : So funktioniert das Schwimmen im Solarbad

Die Frühschwimmer waren am Dienstagmorgen um 7 Uhr begeistert: Endlich ist das Hallenbad in Schwalmtal-Waldniel wieder geöffnet. Die Beachtung der Corona-Regeln war für sie kein Problem.

„Ich könnte vor Freude das Becken leertrinken!“ Die 73-jährige Lotti schwimmt gemütlich ihre Runden auf der Igelbahn im Solarbad Waldniel. Die Igelbahn ist mit der Hasenbahn im Becken eingerichtet worden, damit sich niemand in die Quere kommt. Das sieht das Corona-Konzept so vor.

Während auf der Hasenbahn die schnelleren Schwimmer unterwegs sind, schwimmt Lotti gemächlich weiter: „Ich bleibe bis halb zehn“, verspricht sie. Pünktlich zur Öffnung war sie am Dienstagmorgen vor der Tür des Solarbads an der Schulstraße, das seit Mitte März geschlossen war. Der Andrang der Frühschwimmer ist noch zurückhaltend, um 8 Uhr befinden sich fünf Männer und Frauen im kühlen Nass.

Dietmar Schmitz vom Solarbad begrüßt jeden Schwimmer und weist ihn auf das Desinfektionsgerät und die Zettel zur Registrierung hin. „Türgriffe, Wechselzellen, der Kassenautomat, alles wird regelmäßig desinfiziert“, versichert er. Nach dem ersten Block von 7 bis 10.30 Uhr gibt es eine Pause zur Reinigung, bevor es weitergeht. „40 Menschen pro Block können ins Bad“, erklärt Schmitz.

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Lotti wohnt nicht weit weg vom Solarbad: „Jeden Tag bin ich gucken gegangen, ob es wieder auf ist“, erzählt sie. „Ich hab das Schwimmen sehr vermisst. Und von vielen habe ich die gleiche Frage gehört: Wann ist das Schwimmbad wieder offen?“ Normalerweise geht sie drei- bis viermal wöchentlich ins Solarbad, schwimmt und nimmt an den Wassergymnastikkursen teil. Das Wasser ist seit ihrer Kindheit ihr Element. „Ich fahr viele Kilometer mit dem Fahrrad, aber das hier ist einfach anders. Das ist ein gutes Gefühl im Wasser. Und immer schön warm mit 29 Grad.“

Aber für Lotti ist es nicht nur die gesunde und schonende Bewegung im Wasser, die die Qualität des Schwimmens ausmacht. Es sind auch die Begegnungen: Die Schwimmer kennen sich, man erzählt und tauscht sich aus. „Wir teilen Freud und Leid“, erklärt Lotti. Die besonderen Corona-Vorschriften wie Registrierung, Händedesinfektion, die minimierte Anzahl von Duschen sind für die Schwimmerin kein Problem: „Man muss sich an die Regeln halten.“

Eine andere Waldnielerin, die in der Nachbarschaft wohnt, kommt auf Krücken ins Bad. Eine Sprunggelenksverletzung noch vor Corona erfordert Bewegung. „Ich bin einfach happy, dass ich wieder etwas tun kann“, sagt sie. „Und ich glaube, dass das System funktionieren kann. Wenn jeder auf sein Tempo achtet, gibt es keine Probleme.“ Auch Hedwig (55) und Ralf (61) sind da: „Die Schwerelosigkeit ist das Schöne. Was an Land nicht möglich ist, kann man im Wasser tun.“