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So funktioniert das Impfzentrum für den Kreis Viersen

Corona im Kreis Viersen : So funktioniert das Impfzentrum

In der kommenden Woche könnte ein Impfstoff gegen das Coronavirus freigegeben werden. Das Impfzentrum für den Kreis Viersen ist bereits startklar. Wer sich impfen lassen will, muss neun Stationen durchlaufen.

Das frühere St.-Cornelius-Krankenhaus an der Heesstraße 10 in Viersen-Dülken wird in den kommenden Monaten zum meistbesuchten Gebäude des Kreises Viersen: Dort sollen Ärzte bis zu 30.000 Impfungen pro Monat gegen das neuartige Coronavirus geben. Der Kreis Viersen hat gemeinsam mit dem Eigentümer, dem Allgemeinen Krankenhaus Viersen, und der Kassenärztlichen Vereinigung in den vergangenen Tagen unter Hochdruck das leer stehende Erdgeschoss zum Impfzentrum umgebaut. Sobald der erste Impfstoff seine Zulassung erhalten hat und die Ständige Impfkommission ihre Empfehlung veröffentlicht, wer zuerst geimpft werden soll, soll es dort losgehen. Das könnte noch in diesem Jahr soweit sein. Geplant ist zunächst ein Ein-Schicht-Betrieb.

„Unsere große Hoffnung ist, dass wir schon sehr bald den ersten Impfstoff geliefert bekommen und mit den Schutzimpfungen beginnen können“, sagt Landrat Andreas Coenen. Das Impfzentrum sei „ein wichtiger Baustein, um die Pandemie zurückzudrängen“, so Coenen.

Der Impfstoff soll mehrmals täglich angeliefert werden – ein logistischer Kraftakt, denn der Biontech-Impfstoff muss bei minus 70 Grad Celsius gekühlt werden. Wo der Kreis Viersen den Impfstoff lagert, gibt er aus Sicherheitsgründen nicht bekannt. „Das Impfzentrum selbst wird durch einen Sicherheitsdienst bewacht, auch die Polizei schaut dort regelmäßig vorbei“, erklärt Kreis-Sprecher Benedikt Giesbers

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Bis der Impfstoff geliefert wird, schult der Kreis Viersen das Personal und studiert die Abläufe ein. Zunächst betreuen zehn Soldaten der Bundeswehr die administrativen Aufgaben, später sollen das die Hilfsorganisationen unter Federführung des Deutschen Roten Kreuzes übernehmen. Kreis-Mitarbeiter koordinieren die Abläufe im Backoffice. 25 Mitarbeiter werden ständig vor Ort sein – darunter auch mindestens ein halbes Dutzend Ärzte. Um das medizinische Fachpersonal kümmert sich die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO). „Die KVNO und ihre Mitglieder beteiligen sich mit großem Engagement an dieser gemeinsamen Kraftanstrengung, schnell die Strukturen für eine rasche Impfung der Bevölkerung zu schaffen“, sagt Arndt Berson, Vorsitzender der Kreisstelle Viersen der KV. „Wir freuen uns, dass wir dafür im Kreis Viersen auf eine gute Zusammenarbeit mit allen Verantwortlichen vor Ort bauen können.“

Insgesamt neun Stationen müssen die Einwohner des Kreises durchlaufen, die sich freiwillig impfen lassen wollen. Der Weg führt einmal durch das Erdgeschoss des Gebäudes – nur in einer Richtung. Hereingelassen wird allerdings nur, wer berechtigt ist und unter der Rufnummer 116117 einen Termin vereinbart hat. Noch steht nicht fest, wie die Berechtigten informiert werden.  

 Der Zugang zu den einzelnen Bereichen ist nur mit einer elektronischen Kennung möglich, die die Besucher am Eingang bei der Voranmeldung erhalten. Am Eingang zum Gebäude selbst wird Fieber gemessen. Wer aufgrund von Krankheitssymptomen nicht geimpft werden kann, kommt gar nicht erst ins Impfzentrum. Nach der Impfung verbringen die Menschen 30 Minuten zur Beobachtung in der ehemaligen Cafeteria des Krankenhauses und verlassen das Impfzentrum über einen gesonderten Ausgang.

Schon jetzt befinden sich an den Zufahrtsstraßen Hinweisschilder auf das Impfzentrum in Dülken. Unmittelbar vor dem Impfzentrum sind zwei Parkplätze ausgewiesen, ein dritter Parkplatz an der Heesstraße soll in Kürze für die Besucher freigegeben werden. Vor dem Gebäude liegt die Bushaltestelle „St. Cornelius Krankenhaus“, die von den Linien 083 und 085 bedient wird.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So ist der Ablauf im Impfzentrum in Viersen-Dülken