Brüggen: Skater-Platz am Vennberg wird teurer

Brüggen: Skater-Platz am Vennberg wird teurer

Für den neuen Skater-Platz in Brüggen rechnet ein Planer mit 170.000 Euro. Der Gemeindesport-verband fordert eine günstigere Lösung

Seit klar ist, dass Aldi an der Borner Straße auf die gegenüberliegende Seite ziehen wird und für die Skater-Anlage hinter Rewe kein Platz mehr ist, wird in Brüggen über eine neue Skater-Anlage diskutiert. Sie soll am Vennberg errichtet werden. Noch ist unklar, wie viel die Anlage kosten wird. Darüber will der Ausschuss für Jugendpflege und Sport am Donnerstag in öffentlicher Sitzung diskutieren.

Die Gemeinde hatte den jungen Leuten für den Neubau eines Skater-Platzes ihre Unterstützung zugesagt. Im Oktober hatte der Sportausschuss einstimmig beschlossen, die Mittel für den Bau von ursprünglich 100.000 auf 130.000 Euro aufzustocken. Damals hatte ein Landschaftsarchitekt aus Köln die Kosten grob geschätzt.

Im Zuge der weiteren, auf den Standort Vennberg bezogenen Planung legte ein anderer Landschaftsarchitekt, Christian Ewers aus Willich, Mitte Dezember eine detailliertere Kostenschätzung vor. Grundlage seiner Schätzung war eine Gesamtfläche von 700 Quadratmetern, davon 500 Quadratmeter Ortbeton. Die Kosten dafür schätzte Ewers auf rund 200.000 Euro - doppelt so teuer wie ursprünglich angenommen. Die Gemeindeverwaltung habe dies daher als "nicht umsetzbar" eingestuft, heißt es in der Vorlage zur Sitzung am Donnerstag. Ewers reduzierte daraufhin die Planung auf eine Betonfläche von 400 Quadratmetern, hierbei liegen die Kosten geschätzt bei 170.000 Euro.

  • JHV des Gemeindesportverbands

In seiner Kostenschätzung, die bereits vorliegt, erklärt Landschaftsarchitekt Ewers, weshalb die Differenz so hoch ist. Zum einen ist die von Ewers geplante Anlage mit 400 Quadratmetern größer als die ursprünglich von seinem Kollegen kalkulierte Anlage von 300 Quadratmetern. Ewers rät davon ab, einen Platz zu bauen, der kleiner als 400 Quadratmeter ist. Kleinere Anlagen seien "so unattraktiv, dass die hohe Investition nicht lohnenswert ist", heißt es in seiner Stellungnahme. Er plante zudem mehr Kosten für Ingenieurleistungen ein, rechnete Kosten für Fäll- und Rodungsarbeiten hinzu, kalkulierte die Kosten für Bodenarbeiten und den Einbau einer Rigole für Regenwasser. Hinzu rechnete er rund 10.000 Euro für die Einfriedung nebst Toren, die in der ursprünglichen Planung nicht enthalten waren.

In der Sitzung will Ewers nun seine Planung vorstellen. Dann werden die Fraktionen darüber beraten, ob die Mittel erneut aufgestockt werden sollen. Aus Sicht der Verwaltung werde eine nochmalige Aufstockung der Mittel "eher kritisch gesehen", heißt es in der Vorlage, "da die Höhe der Kosten immer weniger in einem vertretbaren und angemessenen Verhältnis zur Zahl der Nutzer" stehe. Andererseits sei den Skatern ein adäquater Ersatz für die entfallende Anlage an der Borner Straße zugesagt worden. Das berücksichtigend, schlägt die Verwaltung dem Ausschuss vor, dem Rat die Aufstockung zu empfehlen.

Der Gemeindesportverband (GSV) Brüggen fordert eine günstigere Lösung. In einer Stellungnahme an Bürgermeister Frank Gellen (CDU), Ausschussmitglieder und Rat fragt der GSV-Vorsitzende Paul Offermanns, wie viele Nutzer der Anlage überhaupt aus der Gemeinde Brüggen kämen. Wer in der Vergangenheit an der Skater-Anlage vorbeigekommen sei, habe festgestellt, dass etliche Nutzer mit dem Auto anreisten - entweder aus Brüggen oder aus den Nachbarorten. Gehe man davon aus, dass Nutzer dabei seien, die älter als 18 Jahre sind, sei es nicht richtig, dass diese die Anlage künftig unentgeltlich nutzen sollten, auch Auswärtige nicht, so Offermanns. Er zieht den Vergleich zum Vereinssport: "Gehen organisierte Jugendliche über 18 Jahre auf die Sportanlagen der Gemeinde Brüggen, um Sport zu treiben, müssen die Sportvereine dafür Nutzungsgebühren zahlen. Und diese Nutzer über 18 Jahre und Auswärtige sollen hierbei kostenfrei bleiben? Das kann nicht sein." Entweder zahlten alle Nutzer über 18 in der Gemeinde Nutzungsgebühren - oder eben keiner. "Wir sprechen uns grundsätzlich gegen eine weitere Kostenerhöhung für die Skater-Anlage aus", so Offermanns. Es gebe bestimmt eine günstigere Variante.

(RP)