Viersen: Skater müssen weichen

Viersen: Skater müssen weichen

Wenn es nach dem Wunsch der CDU geht, dann kreist 2014 die Abrissbirne am Süchtelner Höhenbad. Die Partei setzt sich für eine schnelle Bebauung auf diesem Gelände ein. Die Skateranlage müsste umziehen.

Von der Süchtelner Skateranlage ist Lachen zu hören. Gedämpft dringt der Autolärm der Hindenburgstraße durch die Büsche und Bäume. Ein Stückchen weiter herrscht absolute Stille. Das Süchtelner Höhenbad liegt einsam und verlassen da. Auf dem Parkplatz steht kein Auto. "Das Bad ist seit Oktober 2009 geschlossen — und es wird Zeit, dass hier etwas passiert", sagt Erhard Braun (CDU).

Dabei deutet der Politiker mit der Hand über das Gelände, das nicht nur das eigentliche Höhenbad samt Liegewiese und Parkplatz umfasst, sondern auch die Skateranlage. Von der Hindenburg-, Hegel- und Schlegelstraße sowie der Hauptschule eingerahmt präsentiert sich ein rund 30 000 Quadratmeter großes Areal mit altem Baumbestand. Dieses soll bebaut werden, wobei erste Überlegungen schon im Ausschuss für Stadtentwicklung und - planung der Stadt Anfang des Jahres erfolgten.

"Wir möchten hier eine Art Klimaschutzsiedlung mit Flachdächern entstehen lassen", sagt Braun. "Dazu gehört die Nutzung von Solar und Regenwasser." Zudem sollen die Häuser so konzipiert sein, dass sie variabel sind. Das heißt, sie können entsprechend der Größe einer Familie umgestaltet werden.

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Die Nachfrage für ein solches Angebot sei da, meint die CDU. Wobei die hervorragende innenstadtnahe Lage ein Pluspunkt ist. Zudem ist die gesamte Infrastruktur vorhanden, angefangen von Schulen über Kindergärten und Einkaufs- als auch Freizeitmöglichkeiten bis hin zu den benötigten Straßen. Die Straßenanbindung sieht die CDU als ausreichend an.

Sie ist sich sicher, dass die Straßen durch die möglichen zukünftigen Anwohner nicht stärker belastet werden, als es zu Zeiten des aktiven Schwimmbades war. Allerdings muss die Skateranlage dem Bauprojekt weichen, wobei der CDU wichtig ist, dass sie in Süchteln bleibt. Einen möglichen neuen Platz sieht man neben der Süchtelner Tennisanlage. "Wir könnten hier ein regelrechtes Sport- und Freizeitzentrum schaffen", sagt Braun.

Den alten Baumbestand möchte der Politiker soweit es geht erhalten, ist er doch ein natürlicher Lärmschutz gegen den Verkehr und auch den Lärm der Hauptschule. "Natürlich müsste der Lärmschutz verstärkt werden", meint Braun. Einen konkreten Investor gibt es bislang noch nicht. Derzeit wartet die Politik auf eine Vorlage seitens der Verwaltung, wo eine mögliche Bebauung des Geländes geprüft wird. "Wenn wir im Laufe des nächsten Jahres die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen könnten, wäre das hervorragend", meint Braun. "Dann könnte 2014 mit dem Abriss begonnen werden."

(tref)
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