Viersen: Sieben Jahre Haft für Kinderschänder

Viersen: Sieben Jahre Haft für Kinderschänder

Er hat mehrere Mädchen im Alter zwischen fünf und neun Jahren missbraucht, mit ihnen Oral-, Anal- und Vaginalverkehr gehabt, alles gefilmt, die Kinder vor seiner Kamera posieren lassen und Großaufnahmen ihrer Geschlechtsteile gemacht.

Das alles hat ein Süchtelner (51) zugegeben. Richter Helmut Hinz, Vorsitzender Richter am Mönchengladbacher Landgericht, schickte ihn dafür gestern für sieben Jahre in Haft. Ins Visier der Ermittler gerückt war der 51-Jährige im Sommer 2011. Da nämlich war das Bundeskriminalamt einem Mann aus Süddeutschland auf die Spur gekommen, der für ein Videoportal Kinderpornos produzierte und zum Herunterladen anbot. Auch die Filme des Süchtelners hatte er zunächst als Eigenproduktionen bezeichnet.

Die Verbindung stellten die Ermittler her, weil der Süchtelner, ein langjähriger Bekannter aus Viersen und eben der Mann aus Süddeutschland 2011 gemeinsam in Thailand gewesen waren. Der Viersener ist im Februar vom Amtsgericht Viersen zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden — für den Besitz von Kinderpornografie. Das Urteil für den Mann aus Süddeutschland steht noch aus. Vorher war der Süchtelner, der vor Gericht den Eindruck eines Biedermannes machte, immer allein unterwegs gewesen. Seine Neigung zu kinderpornografischen Schriften habe er bereits Ende der 80er Jahre entdeckt, berichtete er im Gericht. Da habe er das erste einschlägige Magazin in den Niederlanden gekauft.

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Dennoch sei es auf seinen zahlreichen Reisen nie zu Übergriffen auf Kinder gekommen. Als 28-Jähriger war er das erste Mal in Thailand, seit 2002 war Pattaya zweimal jährlich sein Ziel. Seine Opfer und deren Begleiterinnen will er an der Strandpromenade von Pattaya getroffen haben. Im Januar 2007 habe er dort mit einem kleinen Mädchen "herumgealbert", sei "auf ihre Späße eingegangen". Die Begleiterin, wohl die Tante des Kindes, habe ihm dann "mehr" angeboten. Für 20 Euro habe er einige Stunden mit dem Kind und teilweise auch der Frau in einem Zimmer in einer Pension verbracht, an fünf Tagen hintereinander.

Der nächste Missbrauch, den er einräumt, fand im Januar 2009 statt. Wieder an der Promenade habe er eine Mutter mit zwei damals fünf- und sechseinhalbjährigen Töchtern kennengelernt. Eines der Opfer haben BKA-Ermittler gemeinsam mit den thailändischen Behörden ausfindig gemacht. Ihr möchte er eine "finanzielle Entschädigung" zukommen lassen, außerdem will er 10 000 Euro für die Arbeit von Terre des Hommes mit missbrauchten Kindern spenden. Er wisse gleichwohl, "dass Geld nichts wegmachen" könne und trage die Verantwortung für die psychischen Folgen, unter denen die Kinder zu leiden hätten. Die Richter ließen sich davon nicht beeindrucken und verhängten für acht Fälle schweren sexuellen Missbrauchs eine Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Jahren.

(hah)
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