Shire Horses in Viersen - die größten Pferde der Welt

Shire Horses in Viersen : Die Giganten aus Viersen

Auf dem Busenhof in Viersen sind die größten Pferde der Welt eingezogen. Wilfried Moosbauer züchtet an der Gladbacher Straße Shire Horses. Die Anlage hat er auf zwölf Hektar vergrößert.

Kaum öffnet Wilfried Moosbauer die Sicherheitsriegel an der Boxentür und tritt in die riesige Box, steht Grovemere Storm neben ihm. „Storm ist ein Schlingel. Er kann den Riegel selbst öffnen, indem er sich über die Boxentür reckt. Daher gibt es eine Sicherheitsvariante“, erklärt der 54-Jährige, während er dem Hengst ein Halfter überzieht. 900 Kilogramm Pferdemasse mit einem Stockmaß von 1,90 Meter schieben sich aus der Box. Mit großen Schritten geht es zur Wiese. Kaum freigelassen, trabt das Shire Horse über das Grün, trotz der Größe und der geballten Kraft elegant und sanftmütig. „Ich genieße diesen wunderschönen Anblick immer wieder“, sagt Moosbauer.

Ein Anblick, der ihn und seine Frau Gaby vor einigen Jahren packte und nicht mehr losließ. Eigentlich war der gebürtige Niederbayer nur auf der Suche nach einem Pferd. Als Kind war er schon geritten, wollte wieder intensiver in den Reitsport einsteigen. Dann kam die erste Begegnung mit den Shire Horses, und es war Liebe auf den ersten Blick. Gleich drei zogen bei den Moosbauers ein. Grovemere Storm, Amy und Stranger.

Dass Wilfried Moosbauer mit dem Hengst ein Juwel unter den Shire Horses gekauft hatte, war ihm gar nicht klar. „Ich wollte den Hengst legen lassen. Doch dann erfuhr ich, welches Zuchtpotenzial er hat“, erinnert er sich. Moosbauer stieg in die Zucht der Gentle Giants ein, wie die größte Pferderasse der Welt wegen ihrer Charakter-Eigenschaften gerne genannt wird.

Aus England brachte er acht Zuchtstuten und einen weiteren Hengst mit. Die Pferde standen seit dem Jahr 2015 auf der Reitanlage Gut Neuhöfgen in Weckhoven, die der Further gepachtet hatte. Es sollte aber etwas Eigenes werden und daher machte sich das Ehepaar auf die Suche. An der Gladbacher Straße in Viersen wurde es fündig. Der Pferdehof Busen stand zum Verkauf. „Als wir die Reitanlage gesehen haben, wussten wir: Das ist genau das, was wir suchten“, erinnert sich der 54-Jährige. Mit Konrad Busen, der dieses Jahr 80 wird, selbst staatlich geprüfter Reitlehrer und Pferdemensch durch und durch ist, wurde man sich schnell einig. Der Busenhof, den es seit 140 Jahren gibt, soll weiter bestehen. „Moosbauer’s Shire auf dem Busenhof“ heißt es jetzt. 35 eigene Pferde hat Winfried Moosbauer mitgebracht, davon 30 Shire Horses. Auf dem Hof wird sich einiges verändern. Moosbauer baut einen neuen Stalltrakt mit Longierhalle und legt 14 neue Winterpaddocks an. Zudem kaufte er weiteres Land für Weiden und den eigenen Futteranbau dazu, jetzt verfügt die Anlage über zwölf Hektar Fläche. „Die Baugenehmigung für den neuen Stalltrakt haben wir bereits erhalten. Mit ist es wichtig, dass alle Shire Horses wie in einer großen Familie zusammenstehen“, sagt Moosbauer. Zudem brauchen die Shire Horses wegen ihrer Maße einfach größere Boxen. Aktuell hat er Zwischenwände herausgenommen und provisorisch größere Boxen aufgebaut. Aus einer lugen Stute und Fohlen neugierig heraus. Ein gigantischer Anblick: Neben der Stute (Stockmaß: 1,85 Meter) steht ein Fohlen von zwei Wochen, das schon ein Stockmaß von 1,16 Meter hat. „Die Shire Horses sind sanft im Maul und geben dem Reiter ein hervorragendes Reitgefühl“, schwärmt der Züchter. Das bestätigt Ralph Schulz. Er reitet seit Jahren diese Rasse. Mit einem Lächeln im Gesicht bewegt er den zwölfjährigen Funny Samson in der Reithalle und zeigt, was ein Shire Horse alles unter dem Sattel leisten kann.

Pokale und Auszeichnungen geben Auskunft über die Erfolge der Shire-Horse-Zucht, darunter auch der Bundessieg 2016 von Deckhengst Storm. Neben der Zucht bietet Wilfried Mossbauer klassischen Reitbetrieb an. Zudem verfügt die Reitanlage mit ihren beiden Hallen, der Führmaschine, den Paddocks und Wiesen Platz für Einstaller.

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