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Schwalmtal: Sekundarschule statt Hauptschule?

Schwalmtal : Sekundarschule statt Hauptschule?

Die Schwalmtaler CDU-Fraktion will die Bildung einer Sekundarschule prüfen lassen. Grund sind die zurückgehenden Schülerzahlen. Mit Beginn dieses Schuljahres konnte die Europaschule nur noch eine Eingangsklasse bilden, die Zahlen für die kommenden Jahre sehen nicht besser aus.

Gemeinsam mit den Nachbarkommunen Niederkrüchten und Brüggen will die Schwalmtaler CDU-Fraktion nach einer Lösung suchen, um die Schullandschaft auf die sinkenden Schülerzahlen zuzuschneiden. Darüber diskutierten die Christdemokraten aus Schwalmtal bei ihrer Klausurtagung, erstmals unter dem Vorsitz ihres neuen Fraktionschefs Thomas Paschmanns, der zum 1. September seinen Vorgänger Lothar Höckendorf im Amt beerbte.

Mit Beginn dieses Schuljahrs konnte die Europaschule in Waldniel nur eine Eingangsklasse bilden, mit Blick auf die kommenden Jahre und weiter sinkende Schülerzahlen wird ein Erhalt der Schule immer unwahrscheinlicher. Eine einzügige Hauptschule werde ihrem Bildungsauftrag nicht gerecht, fürchtet die CDU — die Vielfalt im Fächerangebot bleibt auf der Strecke.

Alle Möglichkeiten prüfen

Gab es 1990 noch 1091 Grundschüler in Schwalmtal, wurden 2011 nur noch 790 gezählt. 2015 werden es dem Schulentwicklungsplan zufolge 620 sein. Die Lösung für das Dilemma könnte in der Bildung einer Sekundarschule liegen — diese Möglichkeit haben SPD, Grüne und CDU im Landtag mit dem Schulkonsens auf den Weg gebracht. Für Ende des Jahres wird das Inkrafttreten des Gesetzes zur Bildung von Sekundarschulen in NRW erwartet.

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Dann will die CDU-Fraktion in Schwalmtal einen Antrag in den Rat einbringen: Die Verwaltung soll prüfen, ob und wie eine Sekundarschule eingerichtet werden könnte. Wie das aussehen soll, ist noch unklar — denn vorher sollen die Nachbarkommunen befragt werden. Ohne Niederkrüchten, stellte Paschmanns fest, ginge es nicht. "Wir stehen zur Vielfalt der Bildungseinrichtungen, aber das kann eine Kommune allein nicht leisten", so Paschmanns.

Dr. Stefan Berger, Vorsitzender der Schwalmtaler CDU, nannte mehrere Beispiele: "Es kann sein, dass man in Niederkrüchten eine Sekundarschule einrichtet und die Realschule in Waldniel hält, oder dass man eine Sekundarschule bildet mit zwei Standorten in Niederkrüchten und Schwalmtal, das ist alles offen. Wir müssen mit Niederkrüchten reden, das ist ein Prozess." Das St. Wolfhelm will die CDU offenbar nicht anrühren, da gebe es "ein klares Bekenntnis fürs Gymnasium", stellten Berger und Paschmanns fest. Für die Realschule könne man solch ein "klares Bekenntnis" nicht ablegen.

Berger: "Ob die Realschule bleibt oder in einer Sekundarschule aufgeht, muss ergebnisoffen diskutiert werden." Man sehe die gute Arbeit der Realschule, müsse aber auch den demographischen Wandel im Blick halten. Paschmanns sieht das anders — man werde doch nicht "den besten Gaul" opfern. Vor einer Änderung, in welche Richtung auch immer, sollen die Eltern befragt werden. Der Elternwille sei maßgeblich, betonte Paschmanns. Er wolle keinen Schulkampf, "der auf dem Rücken der Eltern und Schüler ausgetragen wird".

(RP/rl)