Viersen: Sehen und gesehen werden

Viersen : Sehen und gesehen werden

Automobilhersteller müssen ihre neuen Modelle mit Tagfahrlicht ausrüsten.Die Zusatzbeleuchtung soll für mehr Sicherheit sorgen. Sie ist allerdings kein Ersatz für das Abblendlicht.

Sehen und vor allem gesehen werden — dafür soll das Tagfahrlicht sorgen. Seit zwei Tagen müssen die Automobilhersteller ihre neuen Modelle mit den zusätzlichen Leuchten ausrüsten. Für Lkw und Busse gilt die Regelung mit dem Stichtag 7. August.

"Das Tagfahrlicht ist mit der Zündung gekoppelt und lässt sich nicht abschalten. Es verbraucht jedoch auch deutlich weniger Strom als das Abblendlicht", sagt Richard Tendyck. Der Obermeister der Kfz-Innung Viersen hofft, dass mit der Neuerung noch mehr Autofahrern ein Licht aufgeht und empfiehlt auch das Nachrüsten älterer Fahrzeuge. Von Bausätzen, die bereits für 50 Euro zu haben sind, rät der Experte jedoch dringend ab. "Das sollte der Fachmann machen. Beim Einbau sind bestimmte Höhen und Abstände einzuhalten, außerdem muss die Zusatzbeleuchtung korrekt mit der Zündung verschaltet sein." Auf den Autobesitzer kommen dann allerdings Kosten zwischen 300 und 500 Euro zu.

Lichtfahrer sind sichtbarer

Wer sich dieses Geld sparen will, kann auch am Tag mit Abblendlicht fahren und einen geringfügig höheren Benzinverbrauch in Kauf nehmen. "Der Vorteil dabei ist, dass das Abblendlicht das Fahrzeug nicht nur vorne, sondern auch hinten beleuchtet. Denn das Tagfahrlicht nimmt nur der entgegenkommende Verkehr wahr", betont Joachim Walther-Schückes aus der Direktion Verkehr der Kreispolizei Viersen. Im Gegensatz zur Taglicht-Pflicht für Neuwagen, ist es lediglich eine Empfehlung, das Abblendlicht auch tagsüber einzuschalten. "Wir raten dazu, denn Lichtfahrer sind einfach sichtbarer", betont Joachim Walther-Schückes. Er kann aus seiner Erfahrung allerdings nicht sagen, ob die Beleuchtung Unfälle tatsächlich verhindert.

Bisher waren nur Motorradfahrer verpflichtet, ständig mit Licht unterwegs zu sein. "Aufgrund ihrer schmalen Silhouette sind sie so sichtbarer." Ihre Auffälligkeit könnten die neuen Dauerbrenner am Auto einschränken. "Für Zweiräder ist das möglicherweise ein Nachteil. Doch die Entscheidung ist nun einmal so gefallen", sagt Walther-Schückes. Er weist gleichzeitig darauf hin, dass das Tagfahrlicht in keinem Fall das Abblendlicht ersetzen darf. "In der Dämmerung, bei Nebel, Regen oder Schneefall ist die Leuchtkraft des Tagfahrlichts bei weitem nicht ausreichend." Sobald der Fahrer das Abblendlicht einschaltet, erlischt das Tagfahrlicht. Eine Doppelbeleuchtung ist damit ausgeschlossen. FRAGE DES TAGES

(RP)
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