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Schwalmtal: Schwalmtalwerke planen für Neubau

Schwalmtal : Schwalmtalwerke planen für Neubau

Die Anstalt öffentlichen Rechts will in diesem Jahr fast zehn Millionen Euro investieren. Ein großer Posten auf der Liste: ein eigenes Gebäude für die Verwaltung. Dafür soll am Bauhof in Haversloh angebaut und aufgestockt werden

Die Schwalmtalwerke wollen auf dem alten Rumpus-Gelände in Waldniel ein eigenes Verwaltungsgebäude errichten. Vor acht Jahren zogen bereits die Mitarbeiter des Bauhofs, Teil der Schwalmtalwerke, nach Haversloh. Auch der Leiter des Wasserwerks sitzt dort - allerdings im Büro des Bauhofleiters. Jetzt sollen die Mitarbeiter der Schwalmtalwerke-Verwaltung den Kollegen folgen. Noch haben sie Büros im Waldnieler Rathaus, doch dort wird der Platz langsam knapp: Elf Mitarbeiter teilen sich sechs Büros, nur Vorstand Dirk Lankes hat ein eigenes Büro. Für neue Mitarbeiter, Auszubildende oder Praktikanten ist kein Platz.

Das soll sich ändern. Im Verwaltungsrat der Anstalt öffentlichen Rechts stellte Lankes das Vorhaben vor, mit dessen Planung der Amerner Architekt Dirk Hilgers beauftragt wurde. Er plante auch das Bauhof-Gebäude, das jetzt um einen Anbau von 140 Quadratmetern und ein weiteres Stockwerk (350 Quadratmeter) erweitert werden soll. Als Grund für den Neubau nennt Lankes nicht nur den Platzmangel im Rathaus, sondern auch die perspektivische Planung. So wollen die Schwalmtalwerke einen Tiefbau-Ingenieur einstellen, der die eigene Kanaldatenbank für Schwalmtal pflegt und bearbeitet. Derzeit kümmern sich zwei externe Ingenieurbüros darum, die Daten aus Kanalbefahrungen auszuwerten und Reparatur oder Sanierung schadhafter Kanäle auszuschreiben. "Wenn ich dafür jährlich 100.000 Euro ausgebe, kann ich auch jemanden einstellen", sagt Lankes. Die Kosten für eigenes Personal lägen deutlich unter den Kosten für die Fremdleistung, führt er in der Vorlage zur Verwaltungsratssitzung aus.

Der Ingenieur wird Platz brauchen. Auch für Prokuristin Angela Blohm-Wassermann wäre ein eigenes Büro sinnvoll, so Lankes, denn sie müsse mitunter kritische oder sensible Gespräche mit Kunden oder Kollegen führen. Ein Einzelbüro sei "absolut erforderlich". Auch soll der Leiter des Wasserwerks ein eigenes Büro bekommen, denn für die kommenden Jahre planen die Schwalmtalwerke zahlreiche Sanierungsmaßnahmen im Rohrnetz. "Hier muss sichergestellt werden, dass ungestört gearbeitet werden kann, dies ist in der aktuellen Situation nicht möglich", so Lankes. Außerdem gebe das neue Gebäude den Schwalmtalwerken die Möglichkeit, in der Zukunft weitere Aufgaben zu übernehmen.

Wie teuer Anbau und Aufstockung des bestehenden Bauhof-Gebäudes sein werden, ist noch nicht klar. Geschätzt liegen die Kosten bei rund 950.000 Euro. Nach Lankes' Berechnung liegen die Kosten für die Abschreibung bei rund 28.500 Euro pro Jahr - für die Miete der Räume im Rathaus zahlen die Schwalmtalwerke derzeit 17.280 Euro pro Jahr. In dieser Woche soll die Planung abgeschlossen sein. Liegt eine belastbare Kostenschätzung vor, soll der Entwurf dem Verwaltungsrat vorgestellt werden.

Insgesamt haben die Schwalmtalwerke 44 Mitarbeiter in Verwaltung, Wasserwerk, Kläranlage, Bauhof und Solarbad. Der Vorstand ist überzeugt davon, dass es von Vorteil ist, wenn die Mitarbeiter von Verwaltung und Wasserwerk in einem Gebäudekomplex untergebracht sind, da große Projekte - etwa neue Wasserleitungen - anstehen.

Klappt alles wie geplant, könnte das Gebäude Ende des Jahres fertig sein. Lankes: "Wir haben überlegt, zwischen Weihnachten und Neujahr umzuziehen, weil das Rathaus dann geschlossen ist. Aber ich bin noch nicht sicher, ob das funktioniert."

(RP)