Schwalmtal: Schwalmtalwerke bauen neue Verwaltung

Schwalmtal: Schwalmtalwerke bauen neue Verwaltung

Die Schwalmtalwerke wollen am Bauhof ein eigenes Verwaltungsgebäude errichten. Die Kosten liegen nach ersten Entwürfen zu hoch; es musste abgespeckt werden. Nun werden die Ausgaben geschätzt auf 1,3 Millionen Euro

Der Verwaltungsrat der Schwalmtalwerke hat in seiner Sitzung am Mittwochabend den Weg für ein eigenes Verwaltungsgebäude der Anstalt öffentlichen Rechts frei gemacht. Die Schwalmtalwerke wollen an das bestehende Bauhof-Gebäude in Haversloh anbauen und das gesamte Gebäude aufstocken.

Dadurch sollen die Mitarbeiter der Schwalmtalwerke mehr Platz haben als bislang im Rathaus, dort teilen sich derzeit elf Mitarbeiter sechs Büros. Nur der Vorstand hat ein eigenes Zimmer. Hinzu kommt, dass die Schwalmtalwerke für mehr Mitarbeiter auch mehr Platz brauchen, wie Vorstand Dirk Lankes schon vor Monaten erläuterte. Bislang wird das Kanalnetz durch externe Firmen betreut, künftig soll sich ein neuer Mitarbeiter der Schwalmtalwerke um die Kanaldatenbank kümmern.

Um die Planung des Neubaus kümmert sich Architekt Dirk Hilgers, der bereits den Bau des Bauhof-Gebäudes in Haversloh vor einigen Jahren begleitete. Seine Pläne hatte er dem Verwaltungsrat bereits in einer Sitzung im Februar vorgestellt, doch die damalige Kostenschätzung von rund 1,4 Millionen Euro erschien dem Gremium zu hoch: Der Verwaltungsrat bat Hilgers, nach einer günstigeren Alternative für den Standort in Haversloh zu suchen und auch zu prüfen, ob man das Verwaltungsgebäude nicht woanders errichten könnte.

Das hat Hilgers zwischenzeitlich getan. In der Sitzung am Mittwochabend stellte er nun noch einmal detaillierter die beiden Alternativen für den Standort in Haversloh vor. Eine dritte Alternative, ein eingeschossiger Neubau auf einem Grundstück an der Dülkener Straße, wurde gar nicht diskutiert: Ein Verwaltungsgebäude mit einiger Entfernung zum Bauhof-Gebäude bedeute für die Mitarbeiter zusätzliche Wege und erschwerte Kommunikation. Das Büro des Wasserwerks wäre von Werkstatt und Lager getrennt, EDV-Leitungen müssten zusätzlich gelegt werden, führte Vorstand Dirk Lankes in seiner Vorlage zur Sitzung aus. Günstiger wäre der andere Standort auch nicht: Hilgers schätzte dafür die Kosten auf 1.334.082 Euro brutto.

Für den Standort in Haversloh legte er zwei Alternativen vor, die abgespeckte Versionen der im Februar gezeigten Planung darstellten - die erste mit geschätzten Kosten von 1.338.938 Euro brutto, die zweite mit 1.276.620 Euro brutto.

Für die Gruppe der im Verwaltungsrat vertretenen Grünen erklärte Jürgen Heinen, die erste Alternative zu bevorzugen. Schließlich sei der Unterschied zwischen der ersten und zweiten Alternative nicht so groß - allerdings sei ihm nicht klar, wieso der Bau überhaupt so teuer sein müsse.

Er habe ein Angebot eines renommierten Bauunternehmens aus der Region dafür eingeholt, das ihm erklärt habe, inklusive Klimaanlage und Gründung seien 1600 Euro netto pro Quadratmeter einzurechnen. Wie man nun auf brutto rund 2700 Euro pro Quadratmeter komme? Selbst als Mitglied im Aufsichtsrat der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft für den Kreis Viersen habe er von solchen Quadratmeterpreisen noch nie gehört. Hinzu komme, dass aufgrund der guten Konjunktur derzeit mit steigenden Baupreisen von jährlich sechs Prozent zu rechnen sei - ob Hilgers das eingerechnet habe?

Für die CDU erklärte Thomas Paschmanns, dass man nicht geschlossen für eine Variante stimmen werde. In der Diskussion habe sich allerdings eine Mehrheit für die erste Alternative gebildet, da die Differenz zwischen der ersten und der zweiten Alternative "nur"" 60.000 Euro betrage, aber mehr Arbeitsplätze biete. Mit Blick auf das von Heinen eingeholte Angebot erklärte Paschmanns: "Wir verspüren ein schlechtes Gefühl und Verunsicherung bei 1900 Euro brutto, die Herr Heinen genannt hat, und 2700 Euro, die wir hier haben."

Der Architekt legte dar, dass sich die geschätzten Baukosten aus der Summe aller einzelnen Bauteile ergeben. Dabei müsse man nicht nur die aktuelle Konjunkturlage bedenken, sondern auch die Tatsache, dass die Schwalmtalwerke ein öffentlicher Auftraggeber seien - was es teurer macht.

Hilgers: "Der Formalismus ist auch für uns Planer ein erheblicher Mehraufwand. Es gibt keine Nachverhandlungen, die Stellschrauben, die man in der freien Wirtschaft hat. Wenn wir sparen können, bin ich der Allerletzte, der etwas dagegen hätte." Paschmanns attestierte dem Architekten gute Arbeit, was er schon bei der Planung des Bauhof-Gebäudes bewiesen habe. Heinen fügte an, es bleibe zu hoffen, "dass wir im Ausschreibungsverfahren einige Dinge günstiger bekommen". Man wisse, dass da noch ein Puffer drin sei, "und ich hoffe, dass der uns froh macht".

Bei drei Gegenstimmen aus der CDU und einer Enthaltung aus der SPD votierte der Verwaltungsrat schließlich dafür, die erste Variante weiter zu verfolgen.

(RP)