Schwalmtalerin Karoline marliani erhält NRW-Postpoetry-Preis

Karoline Marliani ausgezeichnet : Schwalmtalerin erhält NRW-Postpoetry-Preis

Karoline Marliani (23) wurde für ein Gedicht ausgezeichnet. Die Studentin arbeitet an ihrem ersten Fantasyroman.

Als Teenager half Karoline Marliani (23) in der Gemeindebücherei, begann mit 14 Jahren, einen Fantasyroman zu schreiben. „Der war richtig schlecht“, sagt sie heute lachend. Jetzt hat die Studentin einen Beweis, dass sie sogar ausgezeichnet schreiben kann. Die Waldnielerin zählt mit einem Gedicht zu den fünf Nachwuchs-Preisträgern des NRW-Wettbewerbs „Postpoetry“. „Ich freue mich unheimlich“, sagt sie. Zumal sie im vergangenen Jahr ebenfalls Gedichte eingereicht hatte und erst zögerte, sich erneut zu bewerben.

Karoline Marliani kann sich ein Leben ohne Bücher, lesen und schreiben gar nicht vorstellen. „Als ich in der neuen Klasse gefragt wurde, was ich werden wollte, wurde mir klar, dass schreiben das Einzige ist, was mir über einen längeren Zeitraum Spaß macht“, sagt die 23-Jährige. Und das hatte Konsequenzen für die Realschülerin: Auf Ratschlag ihrer Mutter machte sie Abitur. Um den Schulwechsel zu schaffen, musste sie sich anstrengen, steigerte ihren Notendurchschnitt auf 1,9. Heute studiert die Waldnielerin Linguistik und Germanistik an der Universität zu Köln, möchte nach den Bachelor-Studien noch den Master anhängen und dann wieder in Schwalmtal leben. Nach dem Studium will sie auf jeden Fall weiter schreiben. Und vielleicht erweist sich der Preis als Türöffner, wenn die junge Frau, die Bücher wie "Harry Potter", „Tintenherz“ und „Der Hobbit“ liebt, einen Verlag für ihr erstes Buch sucht – nach eigenen Angaben ein eher düsterer Fantasyroman, der auch auf der Erde spielt.

Zum zehnten Mal hat die Gesellschaft für Literatur in Kooperation mit dem Verband deutscher Schriftsteller den Wettbewerb Postpoetry.NRW ausgeschrieben. Er wendet sich an Lyriker und Nachwuchsautoren aus NRW. Sein Ziel ist, die Lyrikszene des Landes sichtbar zu machen und die Zusammenarbeit zwischen dem Nachwuchs und schreibenden Profis zu fördern. Das Landes-Ministerium für Kultur und Wissenschaft sowie die Kunststiftung NRW fördern das Projekt. Das Preisgeld beträgt insgesamt 9.450 Euro.

Karoline Marliani gehört zu den fünf Nachwuchspreisträgern. Was der Jury mit den Nachwuchspreisträgern 2018, Pauline van Gemmern und Jonas Wagner, an ihrem Gedicht gefiel: „Es gibt Gedichte, die haben Humor. Die sind bissig und flink und haben Rhythmus im Blut. Die reden nicht um den heißen Brei herum, die profilieren sich nicht, die bringen die Dinge treffsicher auf den Punkt. Karoline Marliani hat so ein Gedicht geschrieben.“ Bei "Kindheitsreue“ sei kein Wort zu viel, kein Buchstabe nicht genau da, wo er hingehöre. „Marlianis Gedicht macht Spaß und zeigt eindrucksvoll, wie mit Beobachtungsgabe und Sprachgefühl aus scheinbar belanglosen Details wie einem Begrüßungskuss fabelhafte, leichtfüßige Lyrik entstehen kann“, so die Begründung der Jury.

Wenn Karoline Marliani nicht schreibt, spielt sie Saxofon oder singt gemeinsam mit ihren Eltern, Bruder und Schwester. „Besonders an Weihnachten ist das schön“, erzählt sie. Seit Kurzem nimmt die Studentin auch Gesangsunterricht bei Uta Blum.

Die Wettbewerbspreise werden am Samstag, 9. November, in Wuppertal verliehen. Dort hat die junge Schwalmtalerin auch noch die Chance, sich den Publikumspreis zu sichern.

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