Schwalmtaler CDU-Landtagsabgeordneter will sich wählen lassen

Europawahl : Den Landtagsabgeordneten Stefan Berger zieht es nach Brüssel

Am Freitagabend bewirbt sich der CDU-Politiker aus Schwalmtal beim Niederrhein-Parteitag der Union. Er tritt gegen drei andere Bewerber an

Am Freitagabend wird sich entscheiden, ob der Schwalmtaler CDU-Landtagsabgeordnete Stefan Berger weiter darauf hoffen darf, im kommenden Jahr ins Europa-Parlament gewählt zu werden. Beim Niederrhein-Parteitag der CDU in Krefeld müsste der 49-Jährige, der auch im Europa-Ausschuss des NRW-Landtages sitzt, die erste Hürde nehmen: von den Delegierten gewählt werden.

Neben Berger treten aber auch drei weitere Kandidaten an. Die CDU im Rhein-Kreis Neuss nominierte den 35-jährigen Andreas Hamacher. Der promovierte Jurist ist stellvertretender Vorsitzender der CDU in Neuss.

Ebenfalls aus dem Rhein-Kreis Neuss tritt Freiherr Harald von Canstein an. Der Wahl-Meerbuscher ist promovierter Biologe, erst seit wenigen Jahren in der CDU und im Politikbetrieb nicht gut vernetzt. Ihm räumen erfahrene Parteimitglieder allenfalls Außenseiter-Chancen ein. „Mein Alleinstellungsmerkmal ist eben, dass ich kein Polit-Profi bin, dass ich nicht über ein großes Netzwerk in der Politik, sondern in Wissenschaft und Wirtschaft verfüge“, sagt von Canstein dazu.

Der vermutlich schärfste Konkurrent für Berger bei der Kandidatur dürfte Christian Kremer aus Kalkar werden. Der 43-Jährige studierte Politikwissenschaften, Geschichte und Jura, wurde von der CDU im Kreis Kleve nominiert. Er ist stellvertretender Generalsekretär der Europäischen Volkspartei (EVP) in Brüssel, hat entsprechend Erfahrungen auf dem EU-Parkett. Seine politischen Schwerpunkte sind neben der Europapolitik die Themen Innere Sicherheit, Migration, Wirtschaftspolitik und Klimawandel.

Vielleicht aber, geben CDUler aus dem Kreis Viersen zu bedenken, ist die EU-Erfahrung bei der Kandidatenwahl auch genau Kremers Achillesverse. „Schließlich wollen wir unseren Mann für Brüssel wählen, nicht einen ,Apparatschik’ aus dem Brüsseler Politikbetrieb“, erklärt einer.

Berger jedenfalls ist guter Dinge. Er sei sicher, dass er die CDU-Mitglieder im Bezirk überzeugen könne – auch wenn die Kreise Kleve und Neuss von ihrer Mitgliederzahl her mehr Delegierte für die Konferenz stellen dürfen, erklärte er nach seiner Nominierung. In den vergangenen Wochen hat er sich bei den Parteimitgliedern am Niederrhein vorgestellt. Sein Landtagskollege und Parteifreund Marcus Optendrenk aus Nettetal lobt: „Stefan Berger befasst sich seit Langem im Europaausschuss des Landtags mit den Auswirkungen von Brüsseler Entscheidungen auf den Niederrhein. Europa muss für die Menschen greifbar sein – deshalb schlagen wir Stefan Berger der Bezirksversammlung vor.“

Erhält Berger am Abend die meisten Stimmen, ist das aber erst die erste Hürde. Bei einer Delegiertenversammlung der NRW-CDU müsste er auch einen guten Listenplatz ergattern. CDU-intern geht man davon aus, dass es bis Listenplatz acht für einen Einzug ins EU-Parlament reichen dürfte.

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