Schwalmtal: Wirtschaftswegekonzept nimmt Formen an

Projekt in Schwalmtal : Schwalmtal untersucht Wirtschaftswege

Welche Wege sind wichtig? Auf welche kann Schwalmtal verzichten? Das prüft ein Planungsbüro.

Die Gemeinde Schwalmtal erarbeitet derzeit in Kooperation mit der Ge-Komm GmbH, Gesellschaft für kommunale Infrastruktur aus Melle, ein ländliches Wegenetzkonzept; damit soll der kommunale Außenbereich gestärkt werden. In dem vom Land Nordrhein-Westfalen geförderten Konzept werden sämtliche öffentlichen und privaten Wege entsprechend ihrer Bedeutung und Funktion klassifiziert. Ziel ist es, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde, „ein zukunftsfähiges, bedarfsgerechtes und auch finanzierbares Wegenetz für die Gemeinde Schwalmtal zu schaffen“, das allen Nutzern gerecht werde. Das betreffe neben Landwirten beispielsweise Spaziergänger und Radfahrer, teils auch Schulbusse.

Die Wirtschaftswege in Schwalmtal sind 232 Kilometer lang – und von unterschiedlicher Qualität. Die meisten Wegenetze wurden im Zuge der Flurbereinigung in den 1950er- bis 1970er-Jahren angelegt. „Inzwischen haben sich Betriebsgrößen, Besitz und Produktionsweise gravierend verändert und außerlandwirtschaftliche Nutzungen erheblich zugenommen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde. Die Belastung der Wege und ihre Reparaturanfälligkeit nehme wegen größerer und schwererer Maschinen zu.

Der erste Schritt sei eine Bestandsaufnahme des Planungsbüros Ge-Komm: „Dabei geht es um Fragen wie: Welche Wege sollte man ertüchtigen, welche Wege sind eventuell sogar ganz entbehrlich?“, erklärt Planungsamtsleiter Bernd Gather. Konkrete Maßnahmen seien dann etwa eine Verbreiterung der Wege. „Zur Zeit sind unsere Parzellen drei Meter breit, das reicht beispielsweise für Landmaschinen nicht aus“, sagt Gather. Es sei denkbar, diese Wege auf vier Meter Breite auszubauen – aber nur bei solchen Wegen, bei denen es auch Sinn mache.

„Im Vordergrund steht dabei klar die Wirtschaftlichkeit“, so Gather. Die Wege müssten dauerhaft instand gehalten werden. Er ergänzt: „Ich vermute, dass ein paar Wege einfach nicht mehr gebraucht werden.“ Die Bestandsaufnahme sei noch nicht ganz abgeschlossen, aber „schon sehr weit“. Im Anschluss will die Gemeindeverwaltung eine gemeinsame Arbeitsgruppe bilden. „Dort wollen wir in einen offenen Dialog mit den Betroffenen kommen“, so Gather. Das seien etwa die Landwirte. Zuvor gibt es am 21. März eine Info-Veranstaltung.

Die Kosten für das Konzept belaufen sich auf etwa 30.000 Euro. Das Land NRW übernimmt 75 Prozent davon, theoretisch bis zu einem Betrag von 50.000 Euro. So viel Geld gibt die Gemeinde aber nun doch nicht aus. „Wir haben das bei weitem nicht ausgereizt“, so Gather. Bereits im September hatte der Planungsausschuss die Gemeindeverwaltung beauftragt, die Fördermittel bei der Bezirksregierung zu beantragen. „Das ist auch passiert. Im Spätherbst soll das noch klappen“, sagt Gather.

Das wäre allerdings erst der Anfang. Die Kosten für die Sanierungen und entsprechende Planungen kommen dann noch drauf. „Die Kosten kann man pauschal bisher nicht bestimmen. Wir wissen ja nicht, um welche Wege es geht“, sagt Bernd Gather.

Von der Idee, diese Kosten durch einen Wirtschaftswegeverband mitzufinanzieren, ist die Gemeindeverwaltung aber erst einmal abgerückt. „Das war nur eine mögliche Lösung. Die Entscheidung haben wir aber jetzt erst einmal zurückgestellt“, sagt der Planungsamtsleiter. Auch, weil es möglicherweise Fördermittel von der Bezirksregierung gibt. Ein entsprechender Termin findet im April statt.

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