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Schwalmtal-Waldniel: Eltern organisieren Demo gegen Bolzplatz-Aufgabe

Umstrittenes Bauvorhaben in Schwalmtal-Waldniel : Eltern organisieren Demo gegen Bolzplatz-Aufgabe

In Waldniel formiert sich weiterer Protest gegen die Bebauungspläne für den Bolzplatz an Haus Clee. Laut Bebauungsplan sollen dort sechs Einfamilienhäuser und drei Mehrfamilienhäuser mit Sozialbindung entstehen. Anwohner wollen vor der Ratssitzung demonstrieren.

In Waldniel formiert sich weiterer Protest gegen die Bebauungspläne für den Bolzplatz an Haus Clee. Laut dem Bebauungsplan „Am Nottbäumchen“ sollen dort sechs Einfamilienhäuser und drei Mehrfamilienhäuser mit Sozialbindung entstehen.

Eigentlich sollte das Vorhaben im Planungsausschuss am 1. September beraten werden; doch die Sitzung fiel aus. Jetzt beschäftigt sich der Rat am Dienstag, 8. September, ab 19 Uhr damit. Und er wird nicht der einzige sein: Die Anwohnerinnen Sonja Gräfe und Yvonne Liesenfeld organisieren eine Demo vor der Achim-Besgen-Halle.

Sie wollen auch Unterschriften übergeben, die sie in den vergangenen Tagen gesammelt haben. Allein bei Sonja Gräfe sind es 85. „Ich habe von dem Vorhaben aus der ,Rheinischen Post’ erfahren“, sagt die Mutter von zwei Söhnen (acht und elf Jahre). Sie sei vor elf Jahren bewusst von Mönchengladbach aufs Land gezogen. Auch in Waldniel habe sich in den vergangene Jahren viel verändert, immer mehr Flächen würden bebaut.

Gräfe hält den Bolzplatz für die Kinder und Jugendlichen für wichtig: „Meine Söhne gehen dort regelmäßig hin, verabreden sich mit Freunden.“ Natürlich gebe es auch Tage, an denen auf dem Platz kaum Nutzer seien. „Es wäre bedauerlich, wenn jetzt auch noch das letzte Stückchen Grün verschwinden würde“, meint die Anwohnerin der Straße „An Haus Clee“. Und die Grünflächen im Kaiserpark? „Ja, die gibt es. Aber die sind für jüngere Kinder, die allein dorthin gehen, kaum eine Alternative“, meint die Mutter. Denn auf dem Weg dorthin müssten sie eine große, vielbefahrene Straße überqueren.

Und Verena Liesenfeld ergänzt: „Über die Notwendigkeit bezahlbaren Wohnraums braucht man nicht zu diskutieren, da muss was passieren. Aber muss es auf Kosten der Kinder sein?“, fragt sie. Wenn jetzt Anwohner mit ihren Kindern vor der Ratssitzung demonstrieren und Unterschriften überreichen würden, hätten sie vielleicht noch die Chance, das ,Wie’ des Vorhabens zu beeinflussen.

Sonja Gräfe und Verena Liesenfeld sind nicht die einzigen Nachbarn, die mit der geplanten Bebauung nicht einverstanden sind. Beim Bürgermonitor der Rheinischen Post hatten bereits Anwohner von Ungerather Straße und Lüttelforster Weg im August ihre Bedenken geäußert. Die Fläche würde nicht nur von Kindern zum Bolzen genutzt werden, auch der rollende Jugendtreff „Big Bass“ würde dort halten.

Zudem hielten sie die geplante Zufahrt vom Lüttelforster Weg für problematisch. Auf der Straße herrsche bereits jetzt viel Verkehr. Zudem soll eine Stichstraße von „An Haus Clee“ in den Sportplatz gebaut werden. Ob dies wirtschaftlich sei?

Für das Kinderdorf Bethanien würde der Wegfall der an den Bolzplatz angrenzenden Pferdekoppel keine negativen Folgen haben. „Wir werden das heilpädagogische Reiten auf jeden Fall fortführen“, erklärte Stephan Joebges, Verwaltungsleiter im Bethanien-Kinderdorf. Auf dem Kinderdorf-Gelände gebe es genügend Platz.