Schwalmtal: Schüleraustausch mit England am St. Wolfhelm Gymnasium Waldniel

Schwalmtal : Gymnasiasten lernen Europa kennen

27 Schüler des Arthur Mellows Village College in Glinton, ein Ort in der Nähe der Viersener Partnerstadt Peterborough in England, besuchten das Waldnieler St. Wolfhelm Gymnasium.

Ein Schüleraustausch ist für die Lehrer immer eine organisatorische Leistung, für die Schüler eine spannende Erfahrung. Lernen sie doch dabei nicht nur eine andere Kultur kennen, sondern auch viel über Lebensumstände im Ausland. Auch wenn England noch zu Europa gehört, gibt es einige Unterschiede. So wird in englischen Schulen Transparenz sehr hoch bewertet. Von den Schulfluren aus kann man auch am englischen Arthur Mellows Village College durch eine Glaswand direkt in die Schulklassen schauen. Die Türen der Schule sind während des Schulbetriebs verschlossen, so dass niemand unbefugt in das Schulgebäude gelangen kann. Das fiel natürlich auch den Schülern, die hier zu Besuch waren, auf – 27 Schüler jenes Arthur Mellows Village College in Glinton, ein Ort in der Nähe der Viersener Partnerstadt Peterborough in England, waren zu Gast am Waldnieler St. Wolfhelm Gymnasium.

Luke und Daniel, beide 14, empfinden die Schwalmtaler Schule als recht locker. „Hier funktioniert Schule ohne viele Regeln“, sagen sie. Auch seien die Lehrer sehr entspannt. Überhaupt seien die Leute hier sehr freundlich und alle hätten Spaß zusammen. Sehr froh waren sie über das Rahmenprogramm während des Aufenthaltes. Insgesamt finden die beiden die Gegend hier sehr grün und sauber. Es gebe wenig Geschäfte, sagen sie.

An den englischen Schulen gibt es Schuluniformen und auch Bekleidungsvorschriften für die Lehrer. In der Schule muss ein Erkennungsschild an einem farbigen Band getragen werden. Rot steht für Besucher, Grün tragen die Schüler, ein schwarzes Band kennzeichnet einen Mitarbeiter der Schule, und Gelb tragen die Schüler, die kurz vor dem Abitur stehen. In England ist es schon seit längerem normal, dass die Schüler mit i-Pads arbeiten, neue Technologien einzusetzen, gehöre dort zum Standard, teilen die Lehrer mit.

Begleitet wurden sie durch ihre Lehrer Zoe Young, George Collins und Maria Warrington. Zoe Young berichtet, dass es früher auch für englische Schüler möglich war, während der Austauschzeit in deutschen Familien untergebracht zu werden. Mittlerweile gäbe es aber Bestimmungen, dass eine Unterbringung in einer Gastfamilie aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt sei. So haben die englischen Schüler nur in der Schule und bei einigen Treffen Kontakt mit den deutschen Schülern. In England müssen sich Gastfamilien einer Sicherheitsüberprüfung unterziehen.

Das deutsch-britische Schul- und Jugendbegegnungsprogramm UK-German Connection ist eine Organisation, die sich auf die Fahne geschrieben hat, die Kontakte zwischen den Ländern zu stärken. Darüber läuft auch der Schüleraustausch. Jeder englische Schüler erhielt einen deutschen Partner. Etwa wurde in einer Projektarbeit die Geschichte des ehemaligen JHQ in Rheindahlen erarbeitet. Aber auch ein Ausflug in einen Freizeitpark und nach Aachen standen auf dem Programm sowie ein gemeinsames Pizza-Essen. Die englischen Schüler durften sogar das Länderspiel gegen Weißrussland im Borussia-Park besuchen.

Mit deutschen Schülern und italienischen Gastschülern, die sich zeitgleich in der Schule aufhielten, wurde eine gemeinsame Party gefeiert. Zur europäischen Woche gehörte außerdem ein kurzer Besuch am 12. November mit 13 Schülern des Gymnasiums in der nordfranzösischen Partnerschule in Landrecies anlässlich der Gedenkveranstaltung zum Waffenstillstandstag. Dort trugen die deutschen Schüler kurz Passagen aus Feldpostbriefen französischer Soldaten vor. Kriegsveteranen und der dortige Schulleiter seien laut Dirk Göbels, stellvertretender Schulleiter in Waldniel, sehr begeistert von dieser Geste gewesen.

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