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Schwalmtal: Ratsmehrheit stimmt Sanders-Plänen zu

Lüttelforster kritisieren Deponiebetrieb : Ratsmehrheit stimmt Sanders-Plänen zu

Die Firma will den Deponiebetrieb in Lüttelforst bis 2022 verlängern und eine neue Zufahrt bauen. Damit beschäftigte sich jetzt der Rat. Mitglieder der IG Schwalmtal for Future protestierten.

Die Firma Sanders will ihren Deponiebetrieb in Schwalmtal-Lüttelforst bis 31. Dezember 2022 fortsetzen und plant eine neue Zufahrt. Zudem geht es in ihrem Antrag um die Anhebung der Rekultivierungshöhen. Wie im Fachausschuss erläutert, sei erst bei der Zugfahrtsplanung ein eklatanter Datenfehler aufgefallen. Der Kreis Viersen muss über die Genehmigung entscheiden, die Gemeinde Schwalmtal muss dazu eine Stellungnahme abgeben. Der Rat beschäftigte sich jetzt mit dem Thema. Mitglieder der IG Schwalmtal for Future protestierten mit Plakaten wie „Ende der Deponie – Jetzt!“ gegen die Pläne.

Jürgen Heinen, Fraktionschef von Bündnis 90/Die Grünen, sagte: „Die Bevölkerung wurde lang genug belastet.“ Nun müsse es zu einem Ende kommen: „Es reicht, wir sollten das Verfahren endlich beenden.“ Thomas Paschmanns, Vorsitzender der CDU, erklärte dagegen: „Wir hatten die Möglichkeit, viele Fragen von der Firma Sanders beantwortet zu bekommen. Dies war für meine Fraktion schlüssig.“ Man verstehe die Belastung der Lüttelforster Bürger, „jedoch glaube ich, dass wir lediglich über die Zufahrt und nicht über weitere Auskiesungen sprechen“, so Paschmanns. Durch eine tiefer gelegte Zufahrt würden auch Spaziergänger und Radler geschützt. Marco Kuhn sagte für die SPD: „Wir haben eine Reihe an offenen Fragen. Wir sehen es anders als die CDU und können es nicht weiter verantworten.” Für die FDP erklärte Hans-Dieter Heinrichs: „Die Fristverlängerung für die Deponie ist für uns keine Eröffnung für eine weitere Verlängerung.”

Mit zehn zu acht (SPD/Bündnisgrüne) Stimmen stimmte der Rat zu, die Rekultivierungshöhen anzuheben. Die acht Stimmen von SPD und Bündnsigrünen reichten nicht, um eine Verlängerung des Deponiebetriebs um zwei Jahre zu verhindern. Auch der von der Verwaltung erarbeitete Beschlussvorschlag, eine tiefer liegende Zufahrt zu genehmigen, wurde mit zehn (CDU/FDP) zu acht Stimmen angenommen.

Die Demonstranten verließen empört den Saal. „Die zumutbare Belastungsgrenze ist nach über 50 Jahren Deponie- und Abgrabungstätigkeit endgültig überschritten. Das Einhalten der Fristverlängerung um zwei Jahre scheint nach der Erfahrung der letzten Jahrzehnte sehr unwahrscheinlich”, so Wobine Crisp, Sprecherin der Interessengemeinschaft. Sie fühlte sich zudem durch die Ankündigung eines Gesprächs mit Thomas Paschmanns in der Sitzung „instrumentalisiert“. Er hatte Crisp zu einem Treffen an der Heerbahn eingeladen, nach ihrer Aussage habe sie noch nicht zugestimmt.