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Schwalmtal/Niederkrüchten: Evangelischer Pfarrer in Amt eingeführt

Interview Horst-Ulrich Müller : „Wir müssen die Menschen überzeugen, wieder in die Kirche zu kommen“

Jetzt ist es offiziell: Pfarrer Horst-Ulrich Müller übernimmt weitere Aufgaben in der evangelischen Kirchengemeinde Waldniel. Im Interview spricht er über kommende Herausforderungen.

Pfarrer Müller, was war das Schönste an Ihrer Amtseinführung?

Horst-Ulrich Müller Es war ein sehr schöner Tag. Es hat mich sehr gefreut, dass um die 65 Menschen in die Amerner Kirche gekommen sind, um mit mir zu feiern, darunter auch die beiden Bürgermeister Andreas Gisbertz (Schwalmtal) und Karl-Heinz Wassong (Niederkrüchten). Es war das erste Mal seit anderthalb Jahren, dass wir wieder in Präsenz zusammen Gottesdienst  feiern konnten. Als wir nach dem offiziellen  Teil alle im Halbkreis um die Kirche standen, war das ein schönes Gefühl und ein tolles Bild der Zusammengehörigkeit. Gerade die hat ja in der Corona-Pandemie gefehlt.

Wie verändern sich jetzt nach der offiziellen Amtseinführung Ihre Aufgaben?

Müller Die Verantwortlichkeit ist größer geworden. Ich bin ja bereits seit dem Jahr 2017 in evangelischen Kirchengemeinde Waldniel tätig, zu der auch Niederküchten, Amern und Merbeck gehören. Dort habe ich zunächst Pfarrer Harald Ulland entlastet. Seit 1. Januar 2021 bin ich nun sein offizieller Nachfolger – als offizielles Zeichen hat er mir das Gemeindesiegel übergeben. Jetzt bin ich voll verantwortlich für die Bezirksarbeit. Außerdem teile ich mir mit Pfarrer Arne Thummes die Aufgaben für die gesamte Pfarrgemeinde. Dazu zählen Taufen, Trauungen, Beerdigungen und die Seelsorge, insbesondere für die Menschen in Amern und Alt-Niederkrüchten.

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Die Menschen nach der Corona-Krise zurück in die Kirche zu holen: Wird das schwer?

Müller Das wird nicht einfach. In der Pandemie ist viel über das Internet gelaufen, auch bei uns. Etwa mit dem „Buntfunk“. Auch mein Einführungsgottesdienst ist über Zoom übertragen worden. Jetzt müssen wir die Menschen davon überzeugen, wieder zurück in die Kirche zu kommen.

Welche großen Herausforderungen sehen Sie für die Zukunft ihrer Gemeinde?

Müller Unsere Gemeinde ist eher klein, dazu gehören rund 3500 Menschen. Für die kommenden zehn Jahre müssen wir unter anderen Voraussetzungen planen und unsere Aufgaben erledigen: Es wird weniger Gläubige geben. Und auch weniger Geld.