Schwalmtal: Kinder und Jugendliche entwerfen Mut-Botschaften

Schwalmtal : Kinder und Jugendliche entwerfen Mut-Botschaften

Am Zaun des Effa-Jugendzentrums hängen neue Platten mit Botschaften wie „Retten braucht Mut“ aus dem „Mut-Camp“.

Zwölf Kinder und Jugendliche (neun bis 15 Jahre) sind jetzt mutig. Das haben sie im Mut-Camp der evangelischen Kirchengemeinde Waldniel gelernt. Dabei ging es um solche Fragen wie „Was ist Mut?“, „Was heißt mutig sein?“ und „Was sind moderne Helden?“. Sichtbar ist auch das Ergebnis des Projekts: Es sind nun fünf große Platten am Zaun des Kinder- und Jugendzentrums.

Möglich wurde das Projekt durch die Landesarbeitsgemeinschaft Kunst und Medien NRW, umgesetzt wurde es im Kinder- und Jugendzentrum Effa. Geld dafür gab es vom NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration. Das Projekt kostete rund 2500 Euro, der Eigenanteil des Jugendtreffs in Höhe von 400 Euro wurde durch Spenden finanziert.

Die Künstlerin Anne Fiedler unterstützte die je sechs Mädchen und Jungen bei der kreativen Arbeit. Beeindruckend, was dabei entstanden ist: Fünf, jeweils 1,50 Meter mal einen Meter große Aluminium-Verbundplatten wurden mit Acrylfarbe bemalt und mit einer UV-Lackierung wetterfest gemacht. Sie sind nun am Zaun zum Effa-Gelände befestigt. Darauf zu lesen sind prägnante Botschaften wie „Wir trauen uns!!!“, „Helfen braucht Mut“ oder „Wir sind mutig“. Die Platte „Retten braucht Mut“ zeigt Feuerwehrleute im Einsatz. An dem Motiv „Zukunft braucht Mut“ arbeiteten vier Jungen abwechselnd. Es zeigt ein Schlauchboot im Meer, darunter ein versunkenes Schiff, rechts ein Hochhaus, links Panzer, Feuer.

„In einem Wochenprojekt ist es ein sehr intensives Arbeiten mit den Kindern und Jugendlichen“, sagte Anne Fiedler. Solche Projekte seien sehr wichtig, da es ein ganz anderes Lernen als in der Schule sei. Auch wenn einige glaubten, gar nicht malen zu können, wurden sie eines besseren belehrt. Erst schauten sie den Film „Die Vorstadtkrokodile“, dann wurden die Motive und Aussagen erarbeitet. Außerdem fertigten die Kinder eigene „Mutboxen“ an und füllten sie etwa mit einem Talisman, der später zu Hause Mut machen soll. „Ich weiß jetzt, was Mut ist“, sagte Kliti (10). Er war von den Acrylbildern begeistert und hatte die Idee, das Hochhaus mit einzubauen. Paul (11) fand Kunst bis dahin in der Schule „überhaupt nicht toll“: „Man kann sich nie frei entscheiden, was man malen darf.“ Er wisse nun, dass Kreativität und Fantasie ganz wichtig sind.

„Sich mit Mut auseinanderzusetzen, war toll“, meinte die zwölfjährige Sophia. Sie hatte die Idee für das Motiv „Helfen braucht Mut“ und hatte viel Spaß an dem Projekt: „Ich würde das gerne nochmal machen.“

Nach den Sommerferien soll eine Postkartenedition in kleiner Auflage mit den fünf Motiven aus dem Workshop produziert werden. Ab Anfang September gibt es sie gegen eine Spende im Effa.

Die Platten bleiben am Zaun des Außengeländes. „Da sind wir der Gemeinde sehr dankbar, dass wir sie anbringen durften“, sagte Andrea Schulz, Leiterin des Kinder- und Jugendzentrums, zufrieden.

Info Öffnungszeiten und Aktionen sind veröffentlicht online unter www.effa-waldniel.de.