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Serientäter "Danny" überfällt Frauen: Schwalmtal in Angst vor dem Vergewaltiger

Serientäter "Danny" überfällt Frauen : Schwalmtal in Angst vor dem Vergewaltiger

In den vergangenen Tagen sind in der Gemeinde Schwalmtal drei junge Frauen sexuell bedrängt und vergewaltigt worden. Die Polizei sucht mit einem Phantombild nach dem Täter. Frauen trauen sich abends nicht mehr allein raus.

Martina und Jasmin stehen in Waldniel im Ortskern an der Haltestelle vor der Pfarrkirche St. Michael und warten auf den Bus nach Niederkrüchten. Es ist 13.17 Uhr, die Schule ist gerade zu Ende. Die beiden 16 Jahre alten Mädchen wollen schnell nach Hause. Eigentlich hätten sie am Nachmittag noch Sport gehabt, aber danach wäre es schon dunkel gewesen. "Und davor haben wir momentan große Angst", sagt Martina. Ihre Freundin berichtet, dass ihre Eltern gesagt hätten, dass sie in der Dunkelheit nicht mehr allein auf die Straße gehen sollten. "Wir fürchten uns davor, vergewaltigt zu werden."

In der 12.000-Einwohner-Gemeinde Schwalmtal geht die Angst um, nachdem in den vergangenen Tagen drei junge Frauen von einem Unbekannten überfallen, sexuell bedrängt oder sogar vergewaltigt worden sind. Erstes Opfer des Sexualtäters war eine 19-Jährige. Sie wurde am 7. Dezember in der Nähe des Marktplatzes in Waldniel gegen 22.30 Uhr angegriffen. Noch am selben Abend verging sich der Unbekannte an einer 21-Jährigen. Sie wurde kurz vor Mitternacht auf einem Fußweg in der Nähe des dortigen Sportplatzes überfallen. Die beiden jungen Frauen waren zuvor auf dem Weihnachtsmarkt. Die Polizei vermutet daher, dass der Täter dort auf sie aufmerksam geworden ist und sie dann verfolgt hat. Der letzte Übergriff, der der Polizei bekannt ist, ereignete sich vorgestern Nachmittag in Schwalmtal, als gegen 16.20 Uhr eine 19 Jahre alte Joggerin von dem Unbekannten auf einem Feldweg nahe der Autobahn 52 attackiert wurde. Die junge Frau liegt seitdem im Krankenhaus.

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Auch wenn die Fahndung nach dem Sexualtäter bei der Polizei auf Hochtouren läuft, fehlt bislang eine heiße Spur von dem Vergewaltiger. "Wir können lediglich sagen, dass sich die Tatabläufe ähneln", sagte eine Polizeisprecherin. Bei den Übergriffen soll sich der Gesuchte den Opfern als "Danny" vorgestellt haben. Die Polizei hat eine zehnköpfige Ermittlungsgruppe gebildet. Mit Hilfe von Zeugenaussagen wurde bereits ein Phantombild des Gesuchten veröffentlicht.

Demnach ist er zwischen 25 und 30 Jahre alt und schlank. Er ist etwa 1,80 Meter groß und hat dunkle kurze Haare. Er trägt einen auffälligen Ziegenbart mittig unterhalb der Lippe. Die Polizei rät allen Frauen in Schwalmtal und Umgebung, derzeit im Dunklen nicht allein auf die Straße zu gehen. Die Gefahr, von dem Mann attackiert zu werden, sei zu groß. Um die Bevölkerung auf den Vergewaltiger aufmerksam zu machen, gingen Polizisten in Waldniel gestern Nachmittag von Haustür zu Haustür und verteilten die Phantombilder des Gesuchten.

Bislang sind etwa 60 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Ob ein entscheidender Tipp dabei ist, stand gestern Abend noch nicht fest. Deswegen sei es weiter enorm wichtig, dass Bürger, die meinen, etwas Verdächtiges gesehen zu haben, sich schnell und ohne zu zögern bei der Polizei meldeten, betonte die Sprecherin. Informationen in dem Fall nimmt die Polizei Viersen unter der Rufnummer 02162 377 0 entgegen.

Karina Meurer arbeitet in der Bäckerei im Ortskern von Waldniel. Die 38-Jährige ist Mutter einer 18 Jahre alten Tochter. Seit sie weiß, dass ein Vergewaltiger in der Gemeinde frei herumläuft, hat sie keine ruhige Minute mehr. "Ich habe meinem Kind gesagt, dass sie sich draußen nicht mehr alleine aufhalten soll, solange der Kerl nicht geschnappt worden ist." Aber auch sie selbst fürchtet, Opfer des Vergewaltigers werden zu können. Darum achtet sie darauf, dass sie morgens nie alleine ist, wenn sie den Laden aufschließt und abends wieder nach Hause geht. "Ich hoffe, dass der Täter noch vor Weihnachten gefasst wird, damit wir alle im Ort beruhigt feiern können."

(RP)