Schwalmtal: Große Baustelle sorgt für Ärger

Große Baustelle sorgt für Ärger : Anwohner in End sind verzweifelt

Kanalbauarbeiten in End dauern länger als angekündigt. Für die Anwohner sind die Grundstücke schwer erreichbar, bei Regen wird die Straße zur Matschpiste, Briefe wurden nicht zugestellt, ein Rettungswagen fuhr im Kreis.

Seit Monaten wird in Schwalmtal End an einem neuen Kanal gearbeitet. Die Bürger wurden in einer Infoveranstaltung im Frühjahr informiert, dass die Straße End durch die Arbeiten lange Zeit nicht benutzbar sein werde. Mittlerweile haben die Anwohner die Nerven blank liegen. „Mit den Einkäufen müssen wir durch den Matsch laufen, wenn wir am Straßenrand des Feldes parken müssen“, berichtet eine Anwohnerin frustriert. „Das kann doch alles nicht sein, wir haben sogar eine Woche keine Post bekommen, da der Postbote nicht zu unserem Haus kam. Da waren Rechnungen und andere wichtige Briefe dabei, die wir einfach nicht erhalten haben“, beklagt sie. Der Hinweis der Post auf den Briefen lautete: „Wegen Versperrung des Weges nicht zustellbar“.

Auch Schulkinder müssten bis zur nächsten Bushaltestelle mit dem Auto gefahren werden. „Wir versinken bei Regen im Matsch“, so die Anwohnerin. Der Boden sei nicht ausreichend befestigt. „Uns wurde damals gesagt, der erste Abschnitt solle bis Ende August fertig sein. In den Sommerferien wurde drei Wochen lang nicht gearbeitet und jetzt soll die Straße nochmal aufgerissen werden“, beschwert sie sich. „Mein Schwiegervater hatte einen Herzinfarkt. Der Rettungswagen ist 20 Minuten im Kreis gefahren und hat versucht, an das Haus zu kommen.

Dirk Lankes von den Schwalmtalwerken bedauert die Unannehmlichkeiten, die sich aber nicht vermeiden ließen. „Die vorgetragenen Anliegen und Anmerkungen der Anwohner sind der Bauleitung als auch der Baufirma nicht bekannt. Die ausführenden Personen sind bestrebt, alle Einwände und Probleme gemeinschaftlich mit den Anwohnern zu lösen. Durch die Bautätigkeit kommt es zu Beeinträchtigungen der Erreichbarkeit der Grundstücke. Diese wird auf einen minimalen Zeitraum begrenzt. Ansprechpartner der beauftragten Baufirma sind täglich vor Ort im Baucontainer oder auf der Baustelle ansprechbar“, betont Frank Lüpges von den Schwalmtalwerken.

Die Bauabschnitte 1 und 2 haben mittlerweile eine bituminöse Tragschicht erhalten. Damit sei der größte Teil der Ortslage nunmehr sauberen Fußes erreichbar. Die Anlieger könnten über die erstellte Umfahrung erreicht werden. „Partiell gesperrte Bereiche sind im Zuge des Kanal- und Straßenbaus nicht zu verhindern“, so Lüpges. Leider sei es durch zusätzliche umfangreiche Arbeiten zu Verzögerungen im Bauablauf gekommen. Gemäß Baubeschreibung könne es sein, dass die Deckschicht aufgrund der Witterung erst im kommenden Jahr eingebaut werden könne. Der Einbau der bituminösen Tragschicht hingegen solle noch in diesem Jahr erfolgen. Die Anwohner werden sich wohl noch einige Monate mit der Baustelle herumärgern müssen.