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Schwalmtal fehlen mehr als 40 Kita-Plätze

Nächstes Kita-Jahr : Schwalmtal fehlen mehr als 40 Kita-Plätze

Allein in Waldniel werden zum Kita-Jahr 2020/2021 bei den Drei- bis Sechsjährigen 32 Plätze fehlen. Die Gemeinde will schnellstmöglich das ehemalige Weuthen-Verwaltungsgebäude als Kita-Provisorium für 30 bis 35 Kinder einrichten.

Die Gemeinde Schwalmtal boomt, was Kinder betrifft. Attraktive Neubaugebiete ziehen insbesondere junge Familien nach Waldniel oder Amern. Nicht mehr lange, dann wird die 20.000-Einwohner-Grenze überschritten. Die an sich erfreuliche Situation setzt die Gemeinde allerdings auch unter Druck. Schnellstmöglich müssen dringend benötigte Kindergartenplätze bereit gestellt werden. Das machte Rainer Müller vom Kreisjugendamt im Ausschuss für Demografie und Soziales anhand von Zahlen deutlich: Allein in Waldniel werden zum Kita-Jahr 2020/2021 bei den Drei- bis Sechsjährigen 32 Plätze fehlen. Weniger dramatisch ist es in Amern, wo immerhin ein Defizit von neun Plätzen steht. „Der Trend dürfte bis 2025 anhalten“, sagte der Planer und empfahl den Kommunalpolitikern, bereits in Angriff genommene Maßnahmen konsequent durchzuziehen.

Diesbezüglich hat die Gemeinde die Weichen gestellt. In Waldniel wird im Ortskern auf dem ehemaligen Weuthen-Gelände über ein Investorenmodell ein viergruppiger Kindergarten für bis zu 75 Mädchen und Jungen gebaut. Bis diese Einrichtung in Trägerschaft des DRK – vermutlich 2022 – fertig sein wird, soll nebenan schnellstmöglich das ehemalige Weuthen-Verwaltungsgebäude als Kita-Provisorium für 30 bis 35 Kinder eingerichtet werden. Träger wird hier ebenfalls das DRK. Wenn der neue Kindergarten in Betrieb genommen wird, wird das Verwaltungsgebäude abgerissen.

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Die dritte Stellschraube, wie die Gemeinde den Engpass überbrücken will, ist in Amern die Einrichtung „Anna Pollmans“. Der Kindergarten in Trägerschaft der Gemeinde soll um eine Gruppe wachsen.

Darüber hinaus ist ein Waldorf-Kindergarten im Haus Gorissen neben dem Rathaus in Sicht. Sobald dieser Kindergarten als freier Träger anerkannt ist, wird er in den Bedarfsplan einfließen, informierte Müller. Doch zunächst muss das Haus Gorissen saniert werden. Für die Übergangszeit sucht Waldorf in der Gemeinde eine alternative Räumlichkeit. „Dieses zusätzliche pädagogische Angebot ist eine Bereicherung für die Gemeinde“, sagte der Ausschuss-Vorsitzende Hermann-Josef Güldenberg (CDU).

Mit Blick auf diese dynamische Entwicklung wollte Stephan Joebges (Bündnis 90/Die Grünen) vom Kreisjugendamt wissen, wie zufrieden die Eltern mit dem Angebot in der Gemeinde bezüglich Mix Kindertagespflege/Kita sind. Müller bestätigte, dass der jeweilige Bedarf im direkten Austausch mit den Eltern abgefragt wird und hier eine „sehr große Zufriedenheit“ vorherrscht. Thomas Nieberding (Grüne) hinterfragte, wie verlässlich die Prognosen des Kreisjugendamtes sind. Müller sicherte bis 2025 verlässliche Statistiken zu, „danach wird es aber ein Blick in die Glaskugel“. Der Kinderreichtum bis 2025 rühre auch daher, dass aus der klassischen Ein-Kind-Familie mittlerweile eine Drei-Kinder-Familie geworden ist.