Schwalmtal: Einwohner sammeln drei Tonnen Müll

Frühjahrsputz der Gemeinde : Schwalmtal sammelt drei Tonnen Müll

Es zogen beispielsweise knapp 200 Kinder aus sieben Kindergärten mit Bollerwagen los.

(bigi) Auch dieses Jahr folgten wieder etliche Privatleute und Kindergärten dem Aufruf, an einem Wochenende in Schwalmtal den Müll in der Natur zu beseitigen. Alyssa Linnemann und Franziska Malo organisierten die Frühjahrsputzaktion unter dem Motto „Schwalmtal räumt auf“ in Kooperation mit dem Bauhof der Gemeindeverwaltung, der an vorab festgelegten Stellen den Müll einsammelte.

Rund drei Tonnen Müll wurden eingesammelt. In ganz Schwalmtal zogen fast 200 Kinder aus sieben örtlichen Kindergärten mit Bollerwagen los. Auch das Bethanien Kinderdorf, der Lauftreff des OSC, eine Seniorinnen-Tanzgruppe, zwei Parteien, die Straßengemeinschaft der Rösler-Siedlung und die Nachbarschaft „An Haus Clee“, einige Klassen der Grundschule Waldniel, der Europaschule und eine Klasse des Gymnasiums waren im Gemeindegebiet unterwegs. Wann, wo und wie lange gesammelt wurde, entschieden die Gruppen und Privatleute selbst. Lange brauchte auf jeden Fall nicht gesucht werden, um den wild weggeworfenen Müll zu finden.

Zum ersten Mal dabei waren zwischen Leloh und Ungerath die Jäger mit Familienangehörigen und Freunden der Reviere Jansen-Boers-Herzog unterwegs. „Es ist eine Katastrophe, was einfach so in den Wäldern entsorgt wird. Als Jäger ist es uns ein großes Anliegen, die Natur sauber zu halten“, sagt Tina Boers. Mit einem Traktor und einem Golfkart konnten sie über zehn Kubikmeter Müll einsammeln. Zu den Funden gehörten neben Verpackungen, Getränkeflaschen und Dosen etwa auch 30 Autoreifen, Sperrmüll wie Tische und Stühle, Haushaltsgeräte, Handys vergangener Jahrzehnte, Spraydosen und Bauschutt und sogar ein Kanaldeckel. „Die Müllmengen die in unserer Gemeindenatur achtlos oder sogar bewusst weggeworfen werden, sind erschreckend. Das Bewusstsein für die Folgen für die Natur und somit auch uns Menschen scheint weitreichend zu fehlen“, sind sich beide Organisatorinnen einig. Jeder Bürger aber auch Institutionen und Organisationen müssten deutlich mehr Umweltschutzmaßnahmen ergreifen, um eine lebenswerte Natur auch für nachfolgende Generationen zu erhalten, fordern Alyssa Linnemann und Franziska Malo. Beide wünschen sich, dass das Thema in der Verwaltung und in den Schulen mehr an Bedeutung gewinne.

In der öffentlichen Facebookgruppe „Schwalmtal räumt auf“ haben sich die Sammler mit ihren Funden verewigt. Oft waren sie nur ein oder zwei Stunden unterwegs, bis der gesammelte Müll die Transportmöglichkeiten bereits sprengte.

(bigi)
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