1. NRW
  2. Städte
  3. Viersen

Schwalmtal/Brüggen: Schulen bietet in den Ferien Zusatzunterricht

Schulen in Brüggen und Schwalmtal : Schule in den Ferien macht Spaß

Das Gymnasium St. Wolfhelm in Schwalmtal und die Gesamtschule Brüggen bieten in den ersten beiden Ferienwochen Unterricht in Kleingruppen an, um Lernrückstände aus dem Corona-Lockdown aufzuholen.

Einige Schüler in Schwalmtal und Brüggen gehen freiwillig während der großen Ferien noch eine oder zwei weitere Wochen zur Schule. Und sie haben Spaß dabei. Gefördert wird dieser Ferienunterricht zu 80 Prozent vom Land. Jeweils 20 Prozent Eigenanteil wird vom Schulträger übernommen, also von der Gemeinde Schwalmtal und der Gemeinde Brüggen.

Der Unterricht während der Corona-Einschränkungen führte bei einigen Schülern dazu, dass sich Lernlücken gebildet haben. Um diese wieder zu schließen, bieten das St. Wolfhelm-Gymnasium in Waldniel und die Gesamtschule in Brüggen eine Ferienschule an. Für die Lerngruppen konnten Abiturienten sowie Oberstufenschüler gefunden werden, die mit individuell vorbereiteten Lernmaterialien sozusagen eine kollektive Nachhilfe geben. Dafür erhalten sie ein Honorar. In Waldniel gibt es dieses Angebot für die Klassen fünf bis sieben, in Brüggen gibt es das Angebot für die Klassen eins bis zehn. Hier ist bereits die Grundschule mit involviert.

Und was sagen betroffene Schüler dazu? Pia (12), Ian (11) und Michel (11) nehmen in der Deutsch-Lerngruppe der Jahrgangsstufe 5 des St. Wolfhelm Gymnasiums am Ferienunterricht teil. „In Deutsch und Mathe kam ich generell nicht so hinterher. In Englisch gab es auch Probleme. Es tut doch gut, wenn man in den Ferien noch etwas lernt“, räumt Pia ein und ist froh, dass der Unterricht durch die beiden Abiturientinnen Viktoria Brouwers und Benthe Louisa Lindner locker abläuft. „In Mathe habe ich jetzt das Kommutativgesetz und die schriftliche Division verstanden und in Deutsch die Satzglieder und die Fälle gelernt“, beschreibt Ian. Michel gibt zu, dass er nicht wirklich Lust auf den zusätzlichen Unterricht hatte. „Meine Eltern haben mich überredet. Deutsch war jetzt doch eine gute Auffrischung und Englisch kommt in der nächsten Woche dran“, sagt er.

  • Die Burggemeinde Brüggen liegt mit einem
    Bevölkerungsstatistik im Kreis Viersen : Welche Kommunen weiter wachsen
  • Während Schulschließungen kommt es schnell zu
    Schulprobleme? : Hier gibt es Nachhilfe
  • Bücherei-Leiterin Sandra Oetelshoven mit dem Bienenroboter
    Lesen und spielen in Radevormwald : Stadtbücherei mit vielen Aktionen in den Ferien

Auch die beiden Abiturientinnen sind froh, nochmal nach dem Abi in die Schule zurückkehren zu können. „Es war schön, jetzt mal vor der Klasse zu stehen. Den Schülern den Stoff zu vermitteln, war schon cool“, freut sich Viktoria Brouwers. Für Benthe Louisa Lindner ist der Unterricht eine gute Vorbereitung, sie beginnt in Kürze den Bundesfreiwilligendienst an einer Waldorfschule. Beide wissen aus eigener Erfahrung, dass im Distanzunterricht doch viel fehlte. Sie möchten helfen, Defizite aufzuarbeiten. Die Lehrerinnen Heike Prins, Kristine Walder und Lara Thiele stellten in Waldniel die Unterrichtsmaterialien zusammen. Durch Mehrfachbelegungen nehmen 140 Teilnehmer in fünf Fächern an der Förderung teil.

In den Gruppen sind die Schüler freiwillig, das Angebot richtete sich an alle Schüler, die das Gefühl hatten, noch etwas nachholen zu müssen. Es ist ganz klar nicht so, dass hier nur Schüler sitzen, deren Versetzung gefährdet sein könnte. Auch gute Schüler haben Nachholbedarf. Ein positiver Effekt: Lehrer und Schüler sind begeistert von den kleinen, lernwilligen Gruppen, in denen jeder individuelle Fragen stellen kann und so gefördert werden kann.

In der Brüggener Gesamtschule gibt es gegen eine kleine Gebühr noch ein gemeinsames Mittagessen. Jeweils eine pädagogische Fachkraft und ein Oberstufenschüler kümmern sich um eine Lerngruppe. Niclas (12) kommt nach den Ferien in die 7. Klasse, Dahlia (12) und Angelina (11) werden dann die 6. Klasse besuchen. „Ich bin eigentlich nicht so schlecht. Das Lernen und das gemeinsame Spielen machen Spaß“, erzählt Niclas. Angelina hat das Gefühl, dass ihr die zusätzliche Zeit in der Schule sehr hilft. „Ich möchte bis Freitag das 1x1 perfekt beherrschen“, hofft sie. „Ich kann gut Englisch sprechen, aber ich tu mich schwer damit, Vokabeln zu lernen. Das kann ich hier besser als zu Hause. Und ich habe eine neue Freundin kennengelernt“, strahlt Dahlia. Alle drei wollen einfach besser werden.

Die Schulsozialarbeiterinnen Michaela Berndt, von der Gemeinde Brüggen für die Grundschule zuständig, und für die Gesamtschule Katharina Rebig und Alexandra Jansen, betreuen gemeinsam mit der Lehrerin Sina Hausmann, der Sozialarbeiterin Joyce Brinkmann und den Referendaren Laura Winkels und Niklas Selz die Schüler der neun Gruppen. Sieben Oberstufenschüler unterstützen dabei.

In den Grundschulgruppen gibt es täglich Einheiten von jeweils 20 bis 30 Minuten, wo gezielt über die Probleme der Schüler gesprochen wird. Leider mache sich hier direkt bemerkbar, dass einige sehr lernschwach seien, teilen die Pädagogen mit. Die jungen Schüler kennten ja teils noch gar keine „normale“ Schule.