Schwalmtal: Andreas Gisbertz ist Bürgermeister-Kandidat

Schwalmtal : Gisbertz ist Bürgermeister-Kandidat

Zwei Schwalmtaler CDU-Politiker bewarben sich um die Bürgermeisterkandidatur im kommenden Jahr. Bei der gut besuchten CDU-Mitgliederversammlung stimmten jetzt 70 Prozent für Andreas Gisbetz (43).

Es war das emotionalste Bild dieser Kandidatenaufstellung: Nachdem Wahlleiter Stefan Seidel Andreas Gisbertz um 21.03 Uhr zum Bürgermeister-Kandidaten der CDU Schwalmtal erklärt hatte, umarmten sich Gisbertz und sein knapp 20 Jahre älterer Mitbewerber Thomas Paschmanns und klopften sich gegenseitig auf die Schultern. „Ich bin einfach nur glücklich“, sagte Gisbertz. Er brauche noch etwas Zeit, um zu realisieren, was passiert ist.

Die Marschrichtung für die CDU in Schwalmtal bei der Kommunalwahl am 13. September 2020 sei klar: „Wir wollen die absolute Mehrheit und wir wollen den Bürgermeister stellen.“ Gisbertz bat auch Thomas Paschmanns um seine weitere Mitarbeit in führender Funktion, die dieser versprach: „Selbstverständlich. Wir sind CDU“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Zunächst hatte sich Gisbertz den anwesenden 114 Mitgliedern in der Gaststätte „Bei Tacken“ vorgestellt. Dicht gedrängt standen dort die Stühle, auch die Mikrofon-Anlage setzte mal aus und Gemeindeverbandsvorsitzender Stefan Berger kümmerte sich selbst darum, dass noch jeder einen Stuhl erhielt. Mit 114 Mitgliedern waren rund 73 Prozent der Wahlberechtigten gekommen. „Davon können andere Parteien in Schwalmtal nur träumen“, meinte Berger. Den Termin vor dem Feiertag Allerheiligen habe man bewusst gewählt. Für die CDU Schwalmtal sei die wichtigste Frage zu klären: Wer kann den Wählern als möglicher Nachfolger von Michael Pesch empfohlen werden?

Sieht man den Beifall als Maß für den Sieg, war nach der Ansprache von Andreas Gisbertz klar: Nun hat der CDU-Bewerber um den Chefsessel im Rathaus gesprochen. Immer wieder gab es Applaus für den 43-Jährigen. Er warf zunächst einen Blick auf seine Kindheit an der elterlichen Aral-Tankstelle in Amern: „Dort habe ich gelernt, zuzuhören, Verantwortung zu übernehmen und aufzustehen, wenn etwas zu erledigen ist.“ Gisbertz, verheirateter Vater einer dreijährigen Tochter, bezeichnet sich als heimatverbunden, er gehört zur Bruderschaft, zu Sport- und Theaterverein. Der ausgebildete Groß- und Einzelhandelskaufmann und studierte Ernährungswissenschaftler bringe als früherer Tengelmann-Mitarbeiter und heute selbstständiger Berater die Erfahrung mit, „ein Team im Rathaus zu führen sowie einen Etat sach- und fachgerecht zu verantworten“. Als Aufgaben nannte er die Einrichtung eines Ärztehauses, den digitalen Wandel der Verwaltung, die Ansiedlung neuer Firmen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Zudem sollten sich „die Menschen im öffentlichen Raum sicher fühlen“. Seine Vorstellung beendete er mit den Worten: „An der Tankstelle habe ich gelernt, die Menschen nicht nach der Größe ihres Autos zu beurteilen. Jeder hat es verdient, dass man sich Zeit nimmt und sich kümmert.“

Paschmanns, seit 20 Jahren im Gemeinderat,  appellierte, sich nicht nur am Geburtsdatum zu orientieren. Er stehe  für eine, gern  für zwei Amtsperioden bereit. Als Schwerpunkte nannte er die strukturelle Entwicklung, die Digitalisierung der Schulen und den Wohnungsbau: „Wir müssen mehr Wohnungen für Ältere schaffen.“ Auch Gewerbeflächen seien auszuweisen. Arbeitnehmer, die in Schwalmtal leben, sollte man nicht zum Elmpter Flugplatz abwandern lassen.

Gemeindeverbandsvorsitzender  Stefan Berger kündigte an, dass nun ein Team für den Bürgermeister-Kandidaten aufgestellt wird.

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