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Brandstiftung in Schwalmtal

21-Jähriger legt Feuer in seinem Zimmer in Flüchtlingsunterkunft

Rund zwei Stunden war die Schwalmtaler Wehr bei einem Zimmerbrand am Vogelsrather Weg im Einsatz. Verletzt wurde niemand. FOTO: Feuerwehr

Schwalmtal Der polizeibekannte Mann hat gestanden, am Vogelsrather Weg Benzin verschüttet und entzündet zu haben. Die übrigen Bewohner müssen vorerst umziehen.

Zunächst ist die Polizei beim Brand am Mittwochabend in einer Flüchtlingsunterkunft am Vogelsrather Weg von einem möglichen Tötungsversuch ausgegangen und bildete eine Mordkommission. Inzwischen steht fest, dass es sich bei dem Zimmerbrand um Brandstiftung handelt. Gestanden hat dies ein polizeibekannter Afghane (21), der dort lebte und zunächst geflohen war. Nach seiner Festnahme am Abend gab er „persönliche Probleme“ als Motiv an, wie die Polizei mitteilte. Verletzt wurde durch das Feuer niemand. Bürgermeister Michael Pesch (CDU) war begeistert von der schnellen Hilfe: „Die Ehrenamtler von der Kleiderkammer haben noch in der Nacht Kleidung für die Menschen zur Verfügung gestellt.“

Laut Dirk Neikes, Leiter der Feuerwehr Schwalmtal, wurde der Löschzug Waldniel am Mittwoch um 19.59 Uhr alarmiert. 30 Kräfte rückten mit sechs Fahrzeugen aus. „Wir mussten schnell handeln, das Zimmer brannte komplett“, schildert Neikes. Zwei Trupps – einer von innen, einer von außen – bekämpften die Flammen. Fünf Männer hatten sich ins Freie gerettet, einige kamen direkt aus der Dusche. Laut Polizei hatte ein Zeuge das Feuer entdeckt, die Feuerwehr alarmiert und die anderen Bewohner gewarnt.

Für die Wehr erwies sich die Bauweise der Unterkunft als Vorteil: Es handelt sich um garagenartige Elemente aus Metall; ein Übergreifen des Feuers war deshalb unwahrscheinlich. Neben dem Zimmer, in dem der Brand ausgebrochen war, war auch das benachbarte Zimmer voller Wasser; die gesamte Unterkunft war verraucht und damit zunächst unbewohnbar. „In der Unterkunft leben 31 Männer“, erläutert Werner Bongartz vom Ordnungsamt. Sie konnten nicht dorthin zurückkehren. Zehn von ihnen kamen privat unter, die übrigen in der Unterkunft Dülkener Straße.

Der 21-Jährige ist in U-Haft. Die Polizei in Viersen ermittelt weiter.

(busch-)