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Schwalmtal: 1000 Holzhäuser schützen bedrohte Igel

Spende von Schwalmtaler Firma : 1000 Holzhäuser schützen bedrohte Igel

Aus einem Produktionsfehler etwas Sinnvolles gemacht: Dafür sorgte die Schwalmtaler Firma Görges Markenwelt mit einer Spende an den Naturschutzbund Krefeld-Viersen. Wie die gesponsorten Igelhäuser verwendet werden sollen.

Nur mit einem Anhänger anreisen und aufladen: Das hätte nicht gereicht, um das Geschenk der Firma Görges Markenwelt mitzunehmen. Auf den Naturschutzbund (Nabu) Willich und den Nabu-Bezirksverband Krefeld-Viersen warteten nämlich 40 Paletten mit 1000 Igelhäusern. „Als der Anruf des Schwalmtaler Unternehmens Gäörges Markenwelt kam und wir gefragt wurden, ob wir 1000 Igelhäuser haben wollten, konnten wir es erst gar nicht fassen“, sagt Jack Sandrock, Leiter der Nabu-Gruppe Willich. Sofort war klar, dass der gesamte Bezirksverband Krefeld-Viersen von dem Geschenk profitieren sollte und die benachbarten acht Weseler Gruppen.

Insgesamt können sich nun 20 Nabu-Gruppen auf die Igelhäuser freuen. Der Kontakt zur Firma Görges Markenwelt, die unter dem Namen Wildtierherz die unterschiedlichsten Nist- und Lebensraumkästen anbietet, war bereits im Vorjahr entstanden. „Ich bin seit Jahrzehnten ein Naturschützer und naturaffin. Mir ist es wichtig, die Arbeit von Natur- und Umweltgruppen wie den Nabu zu unterstützen“, sagt Geschäftsführer Stefan Görges. Als die 1000 Igelhäuser jetzt von dem Unternehmen, bei dem Görges Markenwelt produzieren lässt, eingingen und der Geschäftsführer feststellen musste, dass die Rattenklappe nicht weit genug ausgesägt war und daher klemmte, war der erste Gedanke, die Ware zurückzuschicken. Nachbessern hätte bedeutet: Jedes einzelne Paket aufmachen, die Klappe abschleifen und alles wieder einpacken. „Das wäre einfach für uns zu aufwendig gewesen. Bei einer Retoure hingegen wäre alles vernichtet worden. Das wollten wir auch nicht“, sagt Stefan Görges.

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So entstand die Idee, beim Nabu nachzufragen, ob Interesse an den Igelhäusern besteht. Und das tut es. „Wir haben in Neersen unseren Igellehrpfad an der Eva-Lorenz-Umweltstation. Dort ist der Schlosspark naturnah mit Totholzhecken und viel weiterem Grün. Dazu kommen die Friedhöfe, wo wir mit unseren versteckt stehenden Tiertränken arbeiten. Überall ist Platz für Igelhäuser“, sagt Monica Sandrock vom Nabu Willich. Der Nabu Tönisvorst möchte die Igelhäuser an seinen langen, frisch angelegten Benjeshecken integrieren.

Die etwas schwergängigen Rattenklappen sorgen dabei für kein Problem: „Wir werden diese abschmirgeln, sodass sie in ihrer Verankerung wieder problemlos hin und her schwingen können, wenn ein Igel ein- oder austritt“, sagt Reiner Rosendahl, Vorsitzender des Nabu Bezirksverbandes Krefeld-Viersen. Diese beweglichen Klappen stellen an den Igelhäusern für Ratten ein Hindernis dar, durch das sie nicht durchschlüpfen. So ist gewährleistet, dass sich dort keiner dieser Nager einnistet, sondern das Holzhaus wirklich einem Igel als Unterschlupf und Überwinterungsmöglichkeit dient.

Igel haben es generell schwer, geeignete Lebensplätze für sich und ihre Nachzucht zu finden. „Die Gärten sind einfach zu aufgeräumt. Eine Ecke, wo Totholz und Laub liegen bleibt, gibt es nahezu nicht mehr“, .sagt Jack Sandrock von der Nabu-Gruppe Willich. „Dazu kommt die Problematik, dass die Schottergärten nach wie vor beliebt sind, weil viele glauben, sie seien pflegeleicht. Dabei ist ein naturnah angelegter Vorgarten viel pflegeleichter – und der Natur wird Gutes getan.“

Ein weiteres lebensbedrohliches Risiko sind Rasenmäher-Roboter. Diese laufen nachts, wenn die Igel unterwegs sind. Die scharfen Klingen machen vor Igelbeinen und -köpfen nicht halt. Die kleinen Säugetiere werden schwer verletzt oder sterben elendig.

Von der Igelhäuser-Spende werden die Willicher  ebenfalls profitieren können. Die Nabu-Gruppe Willich plant zusammen mit der Stadt Willich für den Herbst eine Aktion, bei der die Bürger kostenfrei Igelhäuser erhalten können.