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Schutzkleidung fehlt — Corona-Tests im Hausarztzentrum Brüggen eingestellt

Kreis Viersen : Schutzkleidung fehlt — Corona-Tests eingestellt

Das Allgemeine Krankenhaus Viersen ruft die Bevölkerung auf, Mundschutze für die Mitarbeiter zu nähen. Und das Hausarztzentrum Brüggen kann keine Corona-Tests mehr durchführen, weil Schutzkleidung und Teströhrchen fehlen.

Das Brüggener Hausarztzentrum muss Corona-Tests einstellen, weil Schutzausrüstung fehlt und nur noch wenige Abstrichröhrchen vorhanden sind. Am Mittwochnachmittag appellierte das Allgemeine Krankenhaus (AKH) Viersen an die Bevölkerung, Mundschutze für die Krankenhausmitarbeiter zu nähen. „Weil der Nachschub an Mundschutzen stockt, werden unter Umständen in nicht sensiblen Arbeitsbereichen zukünftig Mundschutze aus Stoff verwendet“, erklärte AKH-Sprecher Kaspar Müller-Bringmann. „Daher bittet die Klinik um Unterstützung, sogenannten Behelf-Mund-Nasen-Schutz zu nähen.“

Im Brüggener Hausarztzentrum ist die Krise bereits da. „Leider erhält unser Zentrum nur noch sehr begrenzte Mengen an Abstrichröhrchen“, bedauert Johann Arens vom Hausarztzentrum. Darum könne das Kreisgesundheitsamt bei Corona-Tests nicht mehr unterstützt werden. „Schutzkleidung fehlt, Masken fehlen, wir warten händeringend auf eine Lieferung“, berichtet Arens. „Angeblich soll nun die heiße Phase beginnen, und wir können nicht abschätzen, wie dann eine optimale Versorgung der Patienten gewährleistet werden soll.“ Er müsse auch an die Mitarbeiter denken, für die er eine Fürsorgepflicht habe, sagt der Arzt.

Am Dienstag waren im Hausarztzentrum nur noch 40 Abstrichröhrchen vorrätig, die Mitarbeiter konnten da schon die Schutzkleidung nicht mehr wechseln. „Wenn wir aus der Situation lernen sollen, müssen wir testen – und wir brauchen Schutzkleidung“, so Arens. Mit dem Kreisgesundheitsamt sei die Praxis in Kontakt, die Dringlichkeit sei dort bekannt.

In den vergangenen Tagen hatte das Team des Hausarztzentrums 230 Abstriche durchgeführt, um Patienten auf Covid-19 zu testen. Darunter unter anderem auch 60 Abstriche, die am Wochenende sowie am Montag und Dienstag im Altenheim St. Laurentius in Niederkrüchten genommen wurden. Damit wurde das Gesundheitsamt des Kreises unterstützt. In dem Pflegeheim war am Donnerstagmorgen ein 87-jähriger Bewohner gestorben. Sein Testergebnis traf erst nach seinem Tod ein: Er war mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.

„Wir haben einen Beobachtungsbogen kreiert, in dem die Mitarbeiter ausfüllen können, welche Symptome sie bei den Bewohnern festgestellt haben. So kann schnell reagiert werden, wenn eine Verschlechterung der Situation eintritt“, betont Arens. Ebenso wurde ein Gerät zur Verfügung gestellt, um den Sauerstoffgehalt im Blut messen zu können. Veränderungen, die man von außen vielleicht nicht bemerken würde, können so registriert werden. Einrichtungsleiter Herbert Keufner dankte für dieses außergewöhnliche Engagement. „Man kann so ein Heim doch nicht alleine lassen“, betont der Brüggener Arzt.