Kreis Viersen: Schutz gegen Einbrüche zeigt Wirkung

Kreis Viersen : Schutz gegen Einbrüche zeigt Wirkung

Täglich werden der Polizei im Kreis Viersen Einbrüche gemeldet. Dabei können es die Bürger den Langfingern schwer machen, in die eigenen vier Wände einzusteigen. Tipps dazu gibt es bei der Polizei.

Gestern hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière die aktuelle Kriminalitätsstatistik vorgelegt. Ein Aspekt waren die steigenden Einbruchszahlen. Bundesweit geschieht alle drei Minuten ein Einbruch. Die Rheinische Post hat bei der Kreispolizeibehörde Viersen nachgefragt: Im Jahr 2012 lag die Zahl der Wohnungseinbrüche im Kreis bei 756 Einbrüchen; in 328 Fällen fanden sie tagsüber statt. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Polizei mit 782 Einbrüche eine leichte Steigerung, 381 Delikte erfolgten am Tag.

Von Januar bis April dieses Jahres kam es zu 93 Delikten, davon 52 Tageseinbrüche. Das sind im Vergleich zu Januar bis April 2013 deutlich weniger Verbrechen: Denn vor einem Jahr zählte die Polizei 139 Einbrüche (68 davon tagsüber). Nach den aktuellen Zahlen sieht es im Kreis Viersen momentan gut aus, aber für Uwe Dethlefsen von der Kreispolizeibehörde Viersen sind das nur Momentaufnahmen, die sich schnell ändern können.

Viel wichtiger ist dem Kriminalhauptkommissar, dass innerhalb der vergangenen zehn Jahre die Zahl der fehlgeschlagenen Einbruchsversuche von 35 auf 52 Prozent gestiegen ist. "Die Bürger im Kreis Viersen haben erfolgreich Maßnahmen in Sachen Einbruchschutz umgesetzt. Sie sind sensibler geworden und haben Empfehlungen der Polizei umgesetzt", sagt Dethlefsen. Aufgrund der Sicherheitsmaßnahmen schafften es die Langfinger nicht mehr so leicht, in Wohnungen zu kommen. In der Regel versuchen es Einbrecher eineinhalb bis drei Minuten lang, in ein Haus oder eine Wohnung einzusteigen. Schaffen sie es in dieser Zeit nicht, lassen sie von ihrer Tat ab und suchen sich ein anderes Ziel für ihren Einbruch.

Es sind oft nur Kleinigkeiten, mit denen ein Einbruch unter Umständen verhindert werden kann. Fenster und Terrassentüren nie auf Kipp geöffnet lassen, die Haustüre immer absperren, auch wenn jemand nur für kurze Zeit das Haus verlässt, einen Haustürschlüssel nicht draußen für den sogenannten Notfall verstecken, in Türen mit Glasfüllung oder eingelassenem Briefschlitz niemals den Schlüssel stecken lassen. Das rät Experte Dethlefsen. Jede zusätzliche mechanische Sicherung an Türen und Fenstern sei zudem eine Hürde für Einbrecher und wirke abschreckend.

"Mechanische Hindernisse kosten den Einbrecher Zeit und die hat er nicht", sagt Dethlefsen. Automatische Außenbeleuchtungen seien bei Dieben ebenfalls nicht sonderlich beliebt. Eine aufmerksame Nachbarschaft sei zudem ein guter Schutz gegen Einbrecher: Fremde Fahrzeuge und sich verdächtig benehmende Personen sollte man nicht einfach abhaken, sondern beobachten und sich gegebenenfalls Kennzeichen, Fahrzeugtyp und Farbe aufschreiben, rät Dethlefsen. Ganz wichtig: Sollten Einbrecher einsteigen während man sich selber im Haus aufhält, sollte man nicht den Held spielen. "In der Regel vermeiden Einbrecher Konfrontationen", sagt Dethlefsen. Bei verdächtigen Geräuschen oder dem Gefühl, es befindet sich ein Fremder in der Wohnung oder dem Haus, sollte Lärm gemacht werden und der Griff zum Telefon erfolgen, um die Notrufnummer 110 zu wählen.

Für die Urlaubszeit rät Dethlefsen den Hausbesitzern, Einbrechern möglichst vorzugaukeln, dass das Haus bewohnt ist. Zeitschaltuhren für Beleuchtung und Rollläden helfen dabei. Ein voller Briefkasten ist ein Signal für Einbrecher. Nachbarn sollten diesen daher regelmäßig leeren.

(RP)
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