Schulen, Gemeinden und LVR richten in Viersen Gedenktage für die Opfer des Nationalsozialismus aus

Gedenken in Viersen : Viersener gedenken der Opfer des Nationalsozialismus

Die LVR-Klinik Viersen und der „Initiativkreis 27. Januar“ richten Ende Januar einen Gedenktag aus. Auch Viersener Schulen planen ein gemeinsames Programm.

Unter dem Motto „Menschenwürde braucht Menschen“ steht der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, den am Sonntag, 27. Januar, Vertreter mehrerer Organisationen und ihre Gäste in der LVR-Klinik Viersen begehen. Auch Schüler und Lehrer der Viersener Schulen organisieren einen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus: Sie laden für  Freitag, 25. Januar, ab 9.45 Uhr, ins Albertus-Magnus-Gymnasium an der Brandenburger Straße 7 in Dülken ein.

Im gesamten Bundesgebiet wird Ende Januar der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Anlass ist der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Der damalige Bundespräsident Roman Herzog hat den Gedenktag 1996 initiiert.

Die LVR-Klinik Viersen und der „Initiativkreis 27. Januar“, zu dem die Pfarrgemeinde St. Clemens Süchteln, Pax Christi, die evangelische und katholische Klinikseelsorge sowie die Lebenshilfe gehören, legen besonderen Wert darauf, dass auch in der Klinik dieser Gedenktag angemessen begangen wird. Zu den Opfern der NS-Zeit gehören viele Patienten der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Johannistal in Süchteln und der Zweigstelle Waldniel-Hostert. Mehrere Stolpersteine im Gelände der LVR-Klinik in Süchteln erinnern an diese Frauen, Männer und Kinder.

Um 11 Uhr beginnt am 27. Januar die Gedenkveranstaltung in der Johanniskirche auf dem Klinikgelände. Themen-Spur der Veranstaltung ist der Zusammenhang von Würde und Sprache. „Was damals galt, ist auch heute aktuell: Wo schon in der Sprache Würde verloren geht, verlieren wir sie auch im Handeln“, sagt Beate Dahlmann, evangelische Pfarrerin und Seelsorgerin in der LVR-Klinik Viersen. Ob in den Sozialen Medien, in der politischen Auseinandersetzung oder oft im Alltag: Sprache scheine immer mehr zu verrohen. „Das ist ein Ansatzpunkt der diesjährigen Veranstaltung“, erläutert Dahlmann. In Gedenken an die abtransportierten und ermordeten Patienten werden stellvertretend zehn Namen vorgelesen und Kerzen angezündet. Interessierte sind eingeladen, an der Gedenkveranstaltung teilzunehmen.

Zur Gedenkfeier im Albertus-Magnus-Gymnasium am 25. Januar werden Schüler Lehrer fast aller  weiterführender Schulen erwartet.  Sie gestalten die Feier gemeinsam mit verschiedenen Beiträgen. Darüber hinaus soll erstmals die Ausstellung „Opfer des Nationalsozialismus in Viersen, Dülken und Süchteln“ präsentiert werden. Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) hat ihren Besuch angekündigt und wird ein Grußwort sprechen.

Schon seit einigen Jahren sind die Schulen gemeinsam Gastgeber der Veranstaltung. Ziel und Aufgabe soll es sei, jungen Menschen das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus als gesellschaftlichen Auftrag zu vermitteln und die bleibende Aktualität dieses Gedenkens zu verdeutlichen.

(rp)
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