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Schützen feiern Kirmes in Niederkrüchten und Brüggen-Oebel

Schützenfeste : Kirmes in Niederkrüchten und Oebel

Die Schützen der St.-Antonius-Bruderschaft Niederkrüchten und der St.-Petri-Bruderschaft Oebel-Gelagweg feierten am Wochenende ein rauschendes Fest. In Niederkrüchten wird am Montag der Vogel geschossen, in Oebel am Dienstag

Gleich zum Auftakt des Heimatfestes der St.-Antonius-Schützenbruderschaft Niederkrüchten müssen die Teilnehmer vom Festzelt zum Königshaus den kleinen Berg am Freibad hochziehen. Das liegt etwa 350 Meter entfernt, aber durch einen kleinen Umweg wird der Weg gestreckt. „Heute ist ein Tag der kurzen Wege, weil es danach direkt zur Gefallenenehrung mit großem Zapfenstreich auf dem Friedhof geht“, sagt König Marcel Jennißen.

„Achtung! Präsentiert das Gewehr!“, kommandiert der 34-jährige General Jens Keienberg, als seine Majestät das Regiment abschreitet.  „Wir sind König“ lautet das Motto des Schützenfestes, bei dem König Marcel (mit Nina) mit seinen Ministern Hansi Höffges (mit Gabi) und seinem 17-jährigen Sohn Tim aufzieht.

Die Sebastianus-Offiziere gehören zum Königshaus. Sie schlagen ihr Wachlokal gleich neben der Königsburg auf. Auch der Königs- und Festmaien bringt das besondere Wir-Gefühl mit rot-weißen Fähnchen mit dem Schriftzug „Wir sind König 2018“ (Königsmutter Irmgard Jennißen hatte sie extra gefertigt) zum Ausdruck. „Unser Minister Tim ist das jüngste Mitglied eines königlichen Dreigestirns in der Geschichte unserer Bruderschaft“, sagt Niederkrüchtens Brudermeister Achim Boeken. Die zehnjährige Königstochter Ziva zieht im Mädchenzug mit. König Marcel wohnt seit sieben Jahren mit seiner Familie im Brüggener Ortsteil Born, seine Residenz hat er bei den Eltern am Kamp aufgeschlagen. „Ich bin in Niederkrüchten groß geworden und war hier auch bereits Schülerprinz“, berichtet er.

Zum Dorfabend kommt auch seine Nachbarschaft von der Beethovenstraße. Neu sind die Krüchtener Grünen in schicken dunkelgrünen Garde-Infanterie-Uniformen mit Hauptmann Christoph Cleophas. „Sie taten sich zusammen, um hier gemeinsam Kirmes zu feiern“, erzählt Achim Boeken. Die neuen Krüchtener Jungs, eine Art Schlüffkeszug mit weißen Hemden, entstand aus Abtrünnigen des Marinezuges, die auch neue Leute anwarben. Klaus Vyvers führt als Hauptmann den Männerzug. 25 Jahre ging er vorher an der Fahne.

Auf dem Oebeler Berg steht Major Jürgen Heffels vor den bunten Zügen der St.-Petri-Bruderschaft Oebel-Gelagweg. „Ich wünsche uns ein schönes Schützenfest, ein volles Festzelt mit guter Musik und viel zu trinken – und davon reichlich“, sagt er. Neu ist als Spieß Kai Riedel anstelle des jetzigen Oberst-Adjutanten Ralf Böken. Zehn Jahre war Ralf Böken mit Leib und Seele Spieß: „Ich habe jetzt nichts mehr zu sagen.“ Neuer Hauptmann anstelle von Roland Engels ist der 51-jährige Holger Hillebrand: „Ich freue mich auf die neue Aufgabe.“

Zum obersten Befehlshaber der Bruderschaft bestellten die Oebeler den bisherigen Oberst-Adjutanten Peter Veckes als kommissarischen Generalfeldmarschall, der den Marschallstab schon mal zur Probe tragen durfte. Helmut Jakobs kann aus gesundheitlichen Gründen diese Position nicht mehr ausüben. Zehn Jahre besteht der Mädchenzug. Mit acht Mädchen startete er, heute gehören 15 junge Frauen dazu. Sieben Gründungsmitglieder sind noch dabei: Hauptfrau Anna-Lena Glende, Jacqueline Resing, Sabrina Meuser, Michaela Meuser, Helen Heyer, Anne Junker und Nadine Lankeshofer. Anfangs trugen sie rosa, jetzt blau-weiß.

25 Jahre gibt es die Roten Husaren, die seinerzeit von Roland Engels ins Leben gerufen wurden. Brudermeister Bernd Riedel ist stolz auf den Pagenzug mit 21 Jungen und Mädchen. Mütter begleiten die Kinder. „Das ist der größte Zug innerhalb unserer Bruderschaft“, sagt Bernd Riedel.

An der Spitze steht das Königspaar – Andreas (geb. Schroers) und Michelle Metten – mit ihren Ministerpaaren Marc und Nadine Pollen sowie Matthias und Leona Hastenrath. „Wir sagen Danke für die letzten zwei Jahre, die die St.-Petri-Bruderschaft Oebel-Gelagweg mit euch erleben durfte“, sagt Bernd Riedel. 20 Jahre liegt es zurück, als die Königseltern Helmut und Gabi Schroers in Oebel regierten. Zum letzten Male feiert St. Petri ihr Heimatfest im Festzelt auf dem Oebeler Berg. „Wo das nächste Festzelt steht, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, weil das noch nicht in trockenen Tüchern ist“, sagt Geschäftsführer Helmut Schroers.

(off)