Brüggen: Schützen feiern den Euregio-Gedanken

Brüggen: Schützen feiern den Euregio-Gedanken

Elf Majestäten aus den Niederlanden und Deutschland machten beim 2. Euregio-Schützenfest Jagd auf den Königs-Titel. Hans Görtz aus der Brüggener Sektion Genrohe setzte sich gegen die Konkurrenten durch

Jubel brach auf der Wiese an Burg Brüggen aus. Beim 2. Euregio-Schützenfest fiel der Vogel beim 82. Schuss, den Hans Görtz im siebten Durchgang abgab. Der Vogelschuss stand unter der Obhut des neuen Bezirksschießmeisters Udo Rosowski (SPD), stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Brüggen. Elf Schützenkönige aus den Niederlanden und Deutschland machten Jagd auf den Titel, den im vergangenen Jahr Norbert Schrömbgens von der St.-Johannes-Bruderschaft Bracht errang - und jetzt den ersten Ehrenschuss abgab. Die Königinnen und ihre Begleiterinnen saßen bei Kaffee und Kuchen im Kultursaal. Die Regenten mussten zum Vogelschuss ihr Silber ablegen und die entsprechende Sicherheit mit Schutzbrille und Kopfhörer einhalten. Hier und da fielen bei ihren Schüssen schon Fetzen herab oder es staubte nur etwas. Echte Schützenhilfe leistete dann Schützenkönig Wolfgang Gorissen von der St.-Antonius-Schützenbruderschaft Born. Der Borner schoss Görtz vorher den unteren Teil des Vogels weg.

Das Holztier stand ganz unter dem Euregio-Gedanken, auf der linken Seite bunt bemalt in den niederländischen National- und auf der rechten Seite in den Deutschlandfarben. Die Freude war groß, als der Rest vom Vogel fiel. Bei Görtz, der aus der Brüggener Sektion Genrohe zuhause ist, bildete sich schnell eine Schar von Gratulanten. "Der Vogel fiel zu früh und unerwartet", sagte Brüggens Bürgermeister Frank Gellen (CDU). Er freute sich mit Hans Görtz, dass auch der zweite Euregio-Schützenkönig erneut aus seiner Gemeinde kommt. "Am Anfang wollte ich ihn nicht unbedingt abschießen. Im Nachhinein hatte ich dann doch nichts mehr dagegen", erzählte Görtz. "Vor meinem Schuss saß er noch so fest, dass ich nicht dachte, dass er bei mir so leicht und schnell fallen würde." Ihm gratulierten seine Königin Scarlett sowie seine Ministerpaare Paul und Ingrid Brinkman und Herbert und Renate Holthausen.

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Vorher gab es anlässlich des Euregio-Schützenfestes im Kultursaal einen Empfang. Die Bedeutung des Euregio-Gedankens zwischen den Niederlanden und Deutschland, bei dem die Grenze bei den nachbarlichen Beziehungen keine Barrieren mehr darstellen, stellte Ger Koopmans, erster Vertreter des Gouverneurs der niederländischen Provinz Limburg und zuständig für Finanzen, Sport und Kultur und Präsident der limburgischen Schützen-Federation, besonders heraus. Die Landtagsabgeordneten Marcus Optendrenk (CDU) und Dietmar Brockes (FDP) hatten für dieses internationale Schützenereignis Fördergelder beim Land in Düsseldorf locker gemacht. Das freundschaftliche Miteinander auf beiden Seiten verdeutlichte auch Gellen im Beisein seines Niederkrüchtener Amtskollegen Kalle Wassong (parteilos) und Petra Dassen-Housen, Bürgermeisterin der niederländischen Gemeinde Beesel sowie des stellvertretenden Bundesschützenmeisters Wolfgang Genenger.

Waren es im vergangenen Jahr nur die Bruderschaften aus der Gemeinde und aus Beesel und Reuver, so war das euregionale Ereignis diesmal gewachsen. Ein großer Umzug zog durch Brüggen mit der St.-Petri-Bruderschaft Oebel-Gelagweg an der Spitze. Ihr General Eric Ingenrieth führte das Regiment an. "Das ist schon etwas anderes, als wenn ich nur unsere Bruderschaft anführe", meinte er. Schilderkinder zogen den Einheiten voran. Die Nikolaus-Bruderschaft Brüggen, der Spielmannszug Sankt-Antonius Born, der Instrumental-Verein Kirchhoven, die Antonius-Schützenbruderschaft Born, Petrus- und Sebastianus-Bruderschaft Lüttelbracht-Genholt, Schützengesellschaft Boerholz-Alst, Johannes-Bruderschaft Bracht, das Tambour- und Fanfarenkorps Einigkeit Bracht, der Musikverein Langbroich-Harzelt, Schutterij Sint Barbara Reuver, Schutterij Broederschap St. Georgius und St. Sebastianus Beesel, Schützengesellschaft Kaldenkirchen-Bruch, die Maria-Schützenbruderschaft Overhetfeld, die Vereinigten Bruderschaften Waldniel sowie die Ehrengäste sorgten für ein farbenprächtiges Bild.

(off)