Kreis Viersen: Schüsse bei Polizei-Übung: Trainer akzeptiert Strafe

Kreis Viersen: Schüsse bei Polizei-Übung: Trainer akzeptiert Strafe

Der Polizist, der Ende 2016 im Vorfeld eines Einsatztrainings auf dem Willicher Kasernengelände an der Krefelder Straße einen Kollegen mit seiner Waffe schwer verletzt hatte, hat den Strafbefehl wegen fahrlässiger Körperverletzung im Amt akzeptiert. Das Strafmaß: ein Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung. Damit gilt er als rechtskräftig verurteilt.

Für die Staatsanwaltschaft, die den Strafbefehl beantragt hatte, stellt sich der Vorfall folgendermaßen dar: Vor dem Training, das zum ersten Mal auf dem Gelände in Willich stattfand, warteten die Beamten darauf, ihre Dienstwaffen in einen Tresor zu legen und gegen ungefährliche Trainingswaffen zu tauschen. Auf dem Gelände, auf dem die Polizisten üblicherweise trainieren, hat jeder Teilnehmer einen eigenen Tresor. In Willich mussten sie jedoch auf einen Kollegen warten, der den großen Tresor aufschließt. "Insofern gab es hier eine Abweichung vom üblichen Prozedere", erklärt die Staatsanwältin Anna Stelmaszczyk.

Dabei hat der Einsatztrainer einen spielerischen Angriff seines Kollegen wahrgenommen und so reagiert, wie er es im Training getan hätte, so die Staatsanwältin. Er zog die Waffe und schoss auf seinen Kollegen, der ebenfalls Einsatztrainer war. "Er hat vergessen, dass er seine scharfe Dienstwaffe noch nicht gegen die Übungswaffe getauscht hatte", erklärt Staatsanwältin Stelmaszczyk weiter.

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Die Kugel traf das Opfer in den Bauch. Der Mann hatte sich dadurch schwere Verletzungen zugezogen und hat dabei laut Stelmaszczyk auch Folgebeschwerden davongetragen.

Dafür, dass der Einsatztrainer den Schuss auf seinen Kollegen vorsätzlich abgegeben hat, sieht Staatsanwältin Stelmaszczyk aber keine Anhaltspunkte. Die beiden Männer seien vor dem Vorfall beim Training gute Kollegen gewesen.

(msc)