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Schüler lernen bei der Tafel in Viersen

Bildung in Viersen : Schüler lernen bei der Viersener Tafel

Der Philosophie-Kurs der sechsten Klasse des Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasiums befasst sich im Unterricht mit dem Thema „Armut und Wohlstand“.

Unterricht außerhalb des Klassenzimmers ist immer spannender als drinnen. Mirjam Holt, Lehrerin am Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium, nahm ihre Sechstklässler im Rahmen des Philosophieunterrichts mit zur Viersener Tafel. Im Unterricht behandeln die Schüler derzeit das Thema „Armut und Wohlstand“.

Luzia Witthake, Vorsitzende der Viersener Tafel, und ihre Kollegin Waltraud Siemons brachten den Schüler die Tafelarbeit nah, gewährten einen Einblick in die Lager und den Kühlbereich der Tafel und erklärten, was die Tafelarbeit mit Armut und Wohlstand zu tun hat. „Ich freue mich, dass uns heute so viele junge Leute besuchen“, sagte Witthake. Zwölf Personen engagieren sich für die Viersener Tafel pro Tag.  Witthake erklärte den Schülern, dass die Viersener Tafel jeden Tag, bis auf donnerstags, Lebensmittel einsammelt – vor allem  aus Supermärkten.

„Damit können wir bis zu 120 Lebensmittelkisten füllen“, berichtete Witthake. Diese Kisten werden gratis an Personen abgegeben, die sich oft keine guten Lebensmittel leisten können. Gute Lebensmittel, das sind nach Witthakes Ansicht nachhaltige Lebensmittel.

 Viersener Tafel statt Schultafel: Schüler des Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasiums sprachen mit Tafel-Leiterin Luzia Witthake über Armut und Wohlstand.
Viersener Tafel statt Schultafel: Schüler des Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasiums sprachen mit Tafel-Leiterin Luzia Witthake über Armut und Wohlstand. Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)
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Wichtig ist der Tafel-Chefin, dass die Kunden der Tafel nicht „Bedürftige“ genannt werden. Das klinge so, als würden sie nicht dazu gehören. Das stimmt ihrer Meinung nach aber nicht. „In einer Woche sammeln wir fünf bis sechs Tonnen Lebensmittel ein. Dafür benutzen wir zwei gesponserte Autos.“

Lehrerin Hoth machte die Lebensmittel-Mengen für ihre Schüler anschaulich: „Stellt euch vor, hier stünden 5000 bis 6000 Milchtüten.“ Erstaunen zeichnete sich auf den Gesichtern der Schüler ab. „Nicht alle Lebensmittel können noch in den Haushalten verwendet werden,  die sammeln wir aber und bringen sie anschließend auf einen Pferdehof oder Gnadenhof“, berichtete Witthake weiter. 

Nachhaltig ist auch die Arbeit der Tafel selbst. „Viele Lebensmittel würden sonst weggeschmissen, da sie nicht mehr gekauft werden, weil sie beispielsweise Schönheitsmängel haben oder nicht mehr so frisch aussehen“, erklärte Luzia Witthake.

Ihre Motivation, Tafelarbeit zu betreiben, sei, das Positive der Tafelarbeit weiterzugeben. „Außerdem möchte ich die Wertschätzung der Lebensmittel höher stellen“, sagte Witthake, die seit 18 Jahren dabei ist. „In vielen Haushalten werden Lebensmittel zu schnell in den Müll geworfen. Mich erfreut es auch, wenn ich die glücklichen Gesichter der Leute sehe, denen wir die Lebensmittel geben.“

Am Ende, auch das ist im Unterricht eher selten, applaudierten die Schüler – und dankten für den Besuch. Einige von ihnen wollen später wiederkommen, zum Beispiel, um ein Praktikum bei der Viersener Tafel zu machen.