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Schnelleres Internet für Schwalmtal

Breitbandausbau im Kreis Viersen : Schnelleres Internet für Schwalmtal

Durch den von Land und Bund geförderten Breitbandausbau schaffen Gemeinde und Kreis rund 133 neue Anschlüsse. Im Amern, Vogelsrath und Ungerath beginnt die Deutsche Glasfaser GmbH Leerrohre zu verlegen.

Wer in Amern, Vogelsrath oder Ungerath unterwegs ist, kann es nicht übersehen: Baumaschinen und Leitungen, die für schnelleres Internet via Glasfaser gebraucht werden. Zuvor wurden Erdarbeiten und die Zuleitungen zu den Häusern ausgeführt. Schwalmtals Bürgermeister Michael Pesch (CDU) sagt: „Schon bald werden die Menschen auch im Außenbereich auf der Datenautobahn unterwegs sein.“  Landrat Andreas Coenen (CDU) betont die Bedeutung von digitaler Infrastruktur für den Kreis Viersen: „Dies ist ein wichtiger Standortfaktor.“ Er sei zufrieden, dass die Verlegung professionell und mit straffem Zeitplan umgesetzt werde.

Wie viele Anschlüsse werden in Schwalmtal verlegt?

In Schwalmtal müssen Glasfaserkabel über eine Gesamtstrecke von rund 34 Kilometer in die Erde gebracht werden. „Durch den geförderten Ausbau sollen rund 133 Anschlüsse entstehen“, erläutert Bernd Gather vom Fachbereich Bauen und Planen der Gemeinde Schwalmtal.  Dies sei allerdings erst der Anfang. „Die Leitungen bis zur Grundstücksgrenze verlegt, so dass in Zukunft noch weitere Anschlüsse folgen können“, erläutert Gather. Darum kümmere sich dann aber nicht mehr der Kreis Viersen und die Gemeinde Schwalmtal. Dies übernehme stattdessen die Deutsche Glasfaser in Eigenregie.

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Was kostet das die Kommune?

Der Eigenanteil der Gemeinde für das jetzige Vorhaben liegt mit rund 200.000 Euro. Das sind zehn Prozent der gesamten Kosten.

Wie viel investiert der Kreis?

Der Kreis Viersen erhält rund 43 Millionen Millionen Euro an Landes- und Bundesförderung. Im Jahr 2019 ging der Auftrag für den Netzausbau an das Unternehmen Deutsche Glasfaser; es erhält dafür rund 40 Millionen Euro.

Welche Methiden werden beim Ausbau angewendet?

Mit dem  Horizontalspülbohrverfahren werden Kabelschutzrohre verlegt ohne zu graben. Darauf wird zurückgegriffen, wenn es beim Bau Hindernisse gibt, die zu queren sind, wie etwa Flussläufe, Alleen oder Bahntrassen. Auf diese Weise können auch Telekommunikationsleitungen in Geh- und Radwegen verlegt werden. Diese Technik gilt vielen Marktteilnehmern als Standard; sie wird über weite Distanzen genutzt. Damit können laut Kreis Kosten, Aufwand und Dauer reduziert werden, die Belastung für Anwohner und alle Verkehrsteilnehmer sei geringer. Beim Pflugverfahren wird ein Verlegepflug mit einer Zugmaschine durch die Erde gezogen. Dies ist etwa bei Banketen entlang von Straßen außerhalb der Ortschaften möglich. In die Furche wird ein flexibles Leerrohr verlegt. Mikrokabelrohrverbunde, die flexibel sind und auf Trommeln geliefert werden, sind für das direkte Einpflügen besonders gut geeignet. Je nach Beschaffenheit des Bodens können auf diese Weise pro Tag bis zu 5000 Meter Leerrohr verlegt werden.

Wie sieht die weitere Planung für den Breitbandausbau im gesamten Kreisgebiet aus?

Der Kreis Viersen baut in Kooperation mit den neun Kommunen und dem Unternehmen Deutsche Glasfaser innerhalb von zwei Jahren das Breitbandnetz im Kreisgebiet aus. Dabei geht es um insgesamt 4000 Haushalte, die zurzeit noch unterversorgt sind. Auch sie sollen in Zukunft Internet im Gigabit-Bereich nutzen können. Es gibt drei Bauphasen: „In der ersten Phase werden Schwalmtal, Niederkrüchten und Kempen ausgebaut“, erläutert Andreas Budde, Technischer Dezernent des Kreises Viersen. In Niederkrüchten werde der Ausbau in Kürze starten. Die erforderlichen Genehmigungen seien bereits erteilt,  das Baumaterial liege vor Ort bereit. Die nächsten Kommunen werden laut Bauplan die Städte Nettetal und Viersen sein. Auch dort seien die Vorarbeiten inzwischen angelaufen.

Was müssen die künftigen Nutzer wissen?

Sie sind nicht verpflichtet, zur  Deutschen Glasfaser zu wechseln. Sie können stattdessen auch bei ihrem jetzigen Provider bleiben.  Bis zur Grundstücksgrenze wird ausgebaut. Bei Anschlüssen in Mehrfamilienhäusern bleiben freie Kapazitäten, um später eventuell noch Wohnungen anschließen zu können.