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Krimicops: Schmuggel, Spaß und eine zerstückelte Leiche

Krimicops : Schmuggel, Spaß und eine zerstückelte Leiche

Der schreibende Polizist Klaus Stickelbroeck und seine vier Kollegen wollen heute eine kurzweilige Lesung bieten

Viersen Mit dem Krimi "Stückwerk" begann alles. Nicht nur die zerstückelte Leiche führte zu dem Titel, sondern auch die Tatsache, dass an dem Buch eine ganze Polizeidienststelle gearbeitet hat. Aus dieser Truppe entstanden die Krimicops - das sind die schreibenden Polizisten Carsten Rösler, Carsten Vollmer, Ingo Hoffmann, Martin Niedergesähß und Klaus Stickelbroeck.

Wie entstand das "Stückwerk"?

Klaus Stickelbroeck Dieser Krimi ist aus einer Laune heraus entstanden: Wir alle schreiben zusammen ein Buch. Die die gesamte Dienststelle steuerte Ideen und Anekdoten bei. Irgendwann war der Fall geklärt, der Titel gefunden und vor allem ein Verlag, der KBV Verlag, der auch gleich nach einem zweiten Buch verlangte. Das war vor zehn Jahren. Aus der Gruppe der Kollegen von damals kristallisierte sich ein harter Kern von erst sechs, dann fünf Autoren heraus.

Wie können fünf Männer gemeinsam ein Buch schreiben?

Stickelbroeck Erst überlegen wir uns das Thema des nächsten Buches. Die Brainstorming- und Recherchephase dauert fast ein halbes Jahr. Und dann fangen wir an. Jeder schickt seine Texte an mich. Ich fasse das Geschriebene zusammen und schicke das Ganze wieder an alle zurück. Ist so ähnlich wie ein Kettenbrief. Und so geht es weiter. Wer schnell ist, dessen Texte werden vielleicht eher genommen. Klar, ich weiß immer einen Ticken eher, wo wir hinwollen - aber ich gebe alle Informationen weiter. Bis Seite 200 ist alles noch Spaß. Da werden Handlungsstränge gelegt, Verdachtsmomente geschaffen. Aber ab Seite 200 wird's kompliziert. Jetzt müssen die Fäden verwoben werden.

Was ist das Besondere an den Krimis der Krimicops?

Stickelbroeck Unsere Krimis sind lustig, kurzweilig, turbulent. Viele Sprüche und Geschichten aus dem Alltag fließen ein. Wir möchten nichts aufarbeiten, was wir erlebt haben. Die erlebten Sachverhalte und Anekdoten werden eingebaut, aber verfremdet. Wir fünf ergänzen uns sehr gut. Und haben so viel Spaß beim Schreiben und bei den Lesungen, die immer genauso lustig, kurzweilig und turbulent sind wie die Bücher.

Wie viele Bücher haben die Krimicops verfasst?

Stickelbroeck Bisher fünf, das sechste erscheint im März auf den Markt kommen. "Goldrausch" wird es heißen. Ein Kollege, der einen Auslandseinsatz hatte, hat die Idee geliefert: Es geht um das Schmuggeln von Wertgegenständen und Heiligtümern aus der Antike.

Schreiben Sie auch allein Bücher?

Stickelbroeck Ja, ich habe immer schon geschrieben. Angefangen hat es mit Kurzgeschichten. Aber der Krimi liegt mir einfach. Alle zwei Jahre erscheint ein Buch unter meinem Namen und im Jahr dazwischen eines von den Krimicops. Die Krimicops lesen heute um 20 Uhr in der Buchhandlung im Kaiser-Eck, Rathausgasse 3 in Viersen. Karten an der Abendkasse kosten 6,50 Euro. Telefon: 02162 8175992.

SIGRID BLOMEN-RADERMACHER STELLTE DIE FRAGEN.

(b-r)