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Kreis Viersen: Schlüsseldienste: Polizei warnt vor Abzocke

Kreis Viersen : Schlüsseldienste: Polizei warnt vor Abzocke

Mitte Januar hatte ein 86-Jähriger aus Viersen-Dülken seine 77-jährige Ehefrau, die gesundheitliche Probleme hatte, zum Krankenwagen begleitet, als die Wohnungstür zufiel. Er rief einen Schlüsseldienst, der in den "Gelben Seiten" recht weit oben gelistet war ("AA") und mit "von der Polizei empfohlenen Sicherheitseinrichtungen" warb.

Ohne weitere Absprachen beauftragte der Dülkener die Firma. Es erschien ein Mann mit entsprechend teurerer Anfahrt aus Düsseldorf, der den Senior davon überzeugte, dass er die zugefallene Tür nicht einfach öffnen könne, sondern den gesamten Zylinder austauschen müsse. Für diesen "Dienst" musste der Geschädigte fast 500 Euro sofort und bar bezahlen. Auch eine Rechnung erhielt der Dülkener nicht.

Ermittler warnen vor Abzockern

Als die Ehefrau zwei Wochen aus dem Krankenhaus entlassen wurde, versuchte sie, telefonisch eine Rechnung nachzufordern. Nachdem sie über zwei Wochen lang erfolglos von einem Mitarbeiter zum nächsten verwiesen wurde, wandte sie sich an die Polizei. Ermittlungen ergaben, dass diverse Einträge in den Gelben Seiten für Viersen aufgrund der örtlichen Vorwahl und teilweise auch (falsch) angegebenen Anschriften den Eindruck erwecken, dass es sich um lokale Schlüsseldienste handelt.

Tatsächlich jedoch führen die Rufnummern alle zu dem Callcenter einer "Schlüsseldienstzentrale", teilte die Polizei mit. Deren Geschäftsführer sei in den vergangenen Jahren wegen ähnlich gelagerter Sachverhalte bereits häufig aufgefallen.

Lesen Sie hier, was es bei der Wahl eines Schlüsseldienstes zu beachten gibt und wie Sie für den Notfall vorsorgen können.

Hier geht es zur Infostrecke: So schützen Sie sich vor unseriösen Schlüsseldiensten

(tjo)