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Kreis Viersen/Kreis Heinsberg: Schlag gegen Autodieb-Bande

Kreis Viersen/Kreis Heinsberg : Schlag gegen Autodieb-Bande

Der deutschen und niederländischen Polizei ist ein Schlag gegen den organisierten Auto-Diebstahl gelungen. In Brunssum wurde eine Ersatzteillagerhalle ausgehoben, in der auch gestohlene Fahrzeuge aus Deutschland ausgeschlachtet wurden.

Seit mehr als einem Jahr stellten die Kreispolizeibehörden entlang der deutsch-niederländischen Grenze vermehrte Pkw-Diebstähle vor allem von 3-er BMW fest. Sämtliche Fahrzeuge blieben auf Dauer verschwunden, greifbare Anhaltspunkte auf bestimmte Täter gab es nicht.

Zwischen Mitte 2007 und Februar 2008 verschwanden allein in Niederkrüchten und Brüggen neun fast neuwertige BMW der 3er-Serie. Nach einer Pause in den Sommermonaten lebte die Diebstahlsserie Mitte Oktober 2008 wieder auf und schwappte auch wieder in den Kreis Viersen, berichtet die Polizei.

Am 23. Oktober stahlen unbekannte Täter einen BMW 320 Ci an der Straße Weihersfeld, am 29. ein weiteres Fahrzeug am Brüggener Sportplatz Am Vennberg. Die Kreispolizeibehörde Heinsberg musste sich allein im November und Dezember 2008 mit neun derartigen Diebstählen beschäftigten.

Da es nach wie vor keine brauchbaren Ermittlungsansätze gab und die Kripo davon ausgehen musste, dass hier eine professionell arbeitende Bande am Werk war, übernahmen die Beamten des Viersener Fachkommissariats KK 3 die Leitung.

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Seit Mitte Dezember hatten Kreis Viersener Polizisten Parkplätze im Ortskern Brüggens, die als potenzielle Tatorte in Frage kamen, vor allem im Hinblick auf abgestellte BMW unter Kontrolle. Mit dem Ziel, einen Diebstahl unmittelbar zu bemerken und die Fahndung sofort aufzunehmen.

Nach zahlreichen eisigen Nächten des Wartens war es am 6. Januar soweit: Gegen 19 Uhr wurde am Nikolausplatz in Brüggen ein BMW geknackt und in Richtung Niederkrüchten gefahren. Dort passierten die unbekannten Diebe mit dem Fahrzeug die Grenze.

Die Viersener Polizisten folgten den flüchtenden Fahrzeug und informierten ihre niederländischen Kollegen. In einem Wohngebiet im niederländischen Brunssum endete die Fahrt des gestohlenen BMW zunächst. Mittlerweile hatten die Täter die ursprünglichen deutschen Kfz-Kennzeichen durch belgische ersetzt. Am nächsten Morgen wurde der gestohlene BMW in eine Halle in einem Gewerbegebiet in der niederländischen Stadt Heerlen gefahren.

Dort schlugen niederländische Polizeibeamte zu. Sie trafen einen in Belgien lebenden Türken an und nahmen ihn fest. Die Halle glich einem gewerblichen Ersatzteillager eines BMW-Händlers: Motoren, Getriebe, Motorsteuerungen und Airbags von mehr als 50 Fahrzeugen waren in der Halle gelagert.

Bereits die erste Überprüfung der Teile ergab, dass mindestens zwölf der in Deutschland gestohlenen BMW vermutlich in der Halle ausgeschlachtet worden sind, entsprechende Einzelteile wurden vorgefunden und sichergestellt. Der 30-jährige Betreiber der Halle trug bei seiner Festnahme eine scharfe Schusswaffe. In seiner ersten Befragung gab er an, nichts mit Pkw-Diebstählen zu tun zu haben. Der Mann befindet sich im Moment in der Niederlanden in Untersuchungshaft.

Kriminalkommissar Christof Helm, der die Ermittlungen leitet, zeigt sich zuversichtlich, dass ihm und seinen Kollegen ein Schlag gegen den organisierten Pkw-Diebstahl gelungen ist. Auch Kommissariatsleiter Heribert Tummer fand nur lobende Worte: "Wir wissen nun, dass wir den richtigen Riecher hatten. Natürlich bin ich auch froh, dass der nächtelange Einsatz erfolgreich war und unsere Kollegen nicht umsonst bei Eistemperaturen gefroren haben."

Die anstehenden Ermittlungen zu weiteren Tätern und Hintermännern der Straftatenserie werden noch eine geraume Zeit in Anspruch nehmen und müssen in enger Zusammenarbeit zwischen den deutschen und niederländischen Strafverfolgungsbehörden geführt werden.

(ots)